Gewerkschaft fordert Maßnahmen nach tödlichem Angriff
Nach dem tödlichen Angriff auf einen Zugbegleiter der Deutschen Bahn fordert die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) Maßnahmen vom bahn-Vorstand. In einem offenen Brief an den Fernverkehrsvorstand und Bahn-Chefin Evelyn Palla, über den die „Süddeutsche Zeitung“ berichtet, heißt es: „Dieser Vorfall ist kein isoliertes, unvorhersehbares Einzelereignis.“ Übergriffe und Gewalt gegen zugbegleiter seien seit Jahren bekannt.
Sicherheitsprobleme und Besetzungskonzepte
Die GDL kritisiert, dass Sicherheitsprobleme in der Vergangenheit in Gesprächen mit dem Gesamtbetriebsrat der Bahn-Tochter DB Fernverkehr thematisiert wurden, sich jedoch nichts gebessert habe. Die Gewerkschaft hält das Fortführen der bisherigen Einsatzkonzepte nach dem Vorfall für rechtlich nicht haltbar.
Im Fernverkehr liegt die Ausgestaltung der Besetzung in der Hand der Deutschen Bahn. Im Sommer 2024 führte die Bahn das „1:1-Konzept“ ein, bei dem nur ein Zugchef und ein zugbegleiter für einen ICE zuständig sind. An manchen tagen kommt es sogar zu „1:0-Besetzungen“, bei denen beschäftigte allein für Betrieb und Sicherheit verantwortlich sind. Diese Alleinarbeit sei angesichts der Gewaltlage nicht hinnehmbar, so die GDL.
Forderungen der Gesamtbetriebsräte
Die Gesamtbetriebsräte der DB Fernverkehr fordern eine „verbindliche Mindestbesetzung“ auf ICEs.Bei Zügen ab neun Wagen sei eine Besetzung von einem Zugchef und zwei Zugbegleitern erforderlich.Zudem fordert die GDL den Ausschluss von „1:0-Besetzungen“, da diese eine unzulässige Gefährdung darstellen.
Erhöhte Sicherheitsmaßnahmen
Die GDL fordert zudem eine erhöhte Präsenz von Sicherheitskräften, die Bereitstellung von Bodycams und eine datenschutzkonforme Kameraüberwachung in den Zügen. Diese Maßnahmen sollen flächendeckend und jederzeit umgesetzt werden.










