Unfallkrankenhaus Berlin erhält 40 Hilfeersuchen für Brandopfer aus Crans-Montana
Das Unfallkrankenhaus Berlin hat nach eigenen Angaben 40 Hilfeersuchen für schwerbrandverletzte Patienten aus Crans-Montana erhalten. Das sagte die Direktorin der Klinik für Schwerbrandverletzte und Plastische Chirurgie im Unfallkrankenhaus berlin, Leila Harhaus-Wähner, dem TV-Sender „Welt“ am Freitag.
Verlegung der Patienten in deutsche Spezialkliniken
Erste Aufnahmen in Halle, leipzig und Berlin
Nach Darstellung von Harhaus-Wähner hat das Unfallkrankenhaus Berlin ein Hilfeersuchen für 40 schwerbrandverletzte Patienten erhalten.Bereits am Freitag sollen erste Patienten in Kliniken in Halle und Leipzig eintreffen. Für Samstag seien drei Patienten für die Aufnahme in Berlin angekündigt. Weitere Bundesländer und andere Schwerbrandverletztenzentren in Deutschland würden ebenfalls Patienten übernehmen.
Die Vorbereitung auf die Verlegung in Spezialkliniken erfolge zunächst in den erstaufnehmenden Kliniken.Dort würden die notwendigen Maßnahmen eingeleitet, um die Brandopfer transportfähig zu machen.
Akutversorgung vor dem Transport
In den erstbehandelnden Kliniken werden nach Angaben von Harhaus-Wähner zunächst die verbrannten Hautareale gereinigt und steril verbunden. Diese Maßnahmen könnten auch in anderen, insbesondere chirurgischen Kliniken durchgeführt werden. Vorrangig sei in dieser Phase die Stabilisierung der Organfunktionen.Eine zentrale Rolle spiele dabei das Flüssigkeitsmanagement bei Verbrennungserkrankungen. Hierfür gebe es spezifische Leitlinien, die auch anderen Kliniken zur Verfügung stünden. Ziel sei es, die Patienten in den ersten Stunden so zu stabilisieren, dass ein sicherer Transport in die Spezialzentren möglich sei.
Schwere Verbrennungen als systemische Erkrankung
Belastung mehrerer Organsysteme
Harhaus-Wähner betonte, dass es bei schweren Verbrennungen auf eine sehr schnelle Versorgung ankomme. Typisch für Verbrennungsverletzungen sei, dass nicht nur die Haut betroffen sei, sondern sich die Verletzung rasch zu einer systemischen Erkrankung entwickeln könne. Dabei würden mehrere Organsysteme in Mitleidenschaft gezogen.
Besonders betroffen sei häufig die Lunge, unter anderem durch Inhalationstraumata, also das Einatmen von Gasen und Hitze. Auch andere Organe wie die Nieren könnten geschädigt werden.
Entscheidende Phase in den ersten 48 stunden
Nach Angaben der Klinikdirektorin ist die frühe Phase der Behandlung besonders wichtig. in den ersten 48 Stunden würden die Weichen gestellt, um die Organsysteme möglichst protektiv zu behandeln.Parallel dazu müsse die verbrannte Hautoberfläche chirurgisch versorgt werden. Dazu gehörten das Abtragen verbrannter Hautareale und anschließende Transplantationen.
Lange Behandlungsdauer und mehrfache Operationen
Monatelange therapie je nach Ausmaß der Verbrennungen
Auch nach der Aufnahme in eine deutsche Spezialklinik müssen die Patienten nach Einschätzung von Harhaus-Wähner mit monatelangen Behandlungen und mehrfachen Operationen rechnen. Die Dauer hänge wesentlich von der betroffenen Körperoberfläche ab.Bei Verbrennungen von etwa 60 Prozent der Körperoberfläche sei mit Behandlungszeiträumen von Monaten zu rechnen.
Nach der ersten Stabilisierungsphase müssten die geschädigten Hautareale entfernt und transplantiert werden. Häufig stehe nicht genügend eigene Haut zur Verfügung, sodass dieser prozess in mehreren Schritten erfolgen müsse. Mehrere Operationen seien daher die Regel.
In der Folge sei meist ein mehrwöchiger Aufenthalt auf der Intensivstation erforderlich. Daran würden oftmals weitere Wochen auf Normalstationen anschließen, gefolgt von einer Rehabilitationsphase, die speziell auf Verbrennungspatienten ausgerichtet sein müsse.
Jüngeres Alter der Betroffenen als möglicher Vorteil
Nach Angaben von Harhaus-Wähner handelt es sich überwiegend um jüngere Opfer. Dies könne die Genesung positiv beeinflussen. Im Normalfall führe ein geringeres Alter zu einer deutlich höheren Überlebenswahrscheinlichkeit im Vergleich zu älteren Patienten.











