Verdi kritisiert Koalitionsbeschluss zur Entlastungsprämie
Die gewerkschaft Verdi hat den Beschluss des Koalitionsausschusses zur Einführung einer steuer- und abgabenfreien Entlastungsprämie durch Arbeitgeber scharf kritisiert. Verdi-Chef Frank Werneke bezeichnete die Regelung als „völlig verfehlte Konstruktion“, da sie von der freiwilligen Zahlung durch Arbeitgeber abhängt.Er warnte, dass viele Beschäftigte leer ausgehen könnten, wenn ihre Betriebe nicht zahlen wollen oder können, und sprach von einer möglichen Spaltung der Gesellschaft.
Senkung der Energiesteuer
Werneke äußerte sich positiv zur befristeten Senkung der Energiesteuer auf Diesel und Benzin und nannte sie einen ersten richtigen Schritt angesichts steigender Energiepreise. Dennoch kritisierte er, dass die Koalitionspläne insgesamt hinter den notwendigen Maßnahmen zurückblieben. Er bemängelte, dass die Koalition keine Maßnahmen zur Begrenzung der Gewinnmargen auf Kraftstoffe oder zur Besteuerung von Übergewinnen der Mineralölkonzerne ergreife.
Kritik von Verbraucherschützern
Auch der Verbraucherzentrale Bundesverband (VZBV) äußerte Bedenken.VZBV-Chefin Ramona pop zweifelte daran, dass der „teure Tankrabatt“ bei den Verbrauchern ankomme. Sie forderte, dass bei einer Senkung der Energiesteuer sichergestellt werden müsse, dass die Entlastung vollständig weitergegeben wird.
Politische Reaktionen
Saarlands Ministerpräsidentin Anke Rehlinger (SPD) forderte weitere Maßnahmen. sie betonte,dass die Senkung der Energiesteuer zwar schnelle Entlastung bringe,aber auf Dauer nicht ausreiche. Rehlinger sprach sich für ein schärferes Kartellrecht und die abschöpfung von Übergewinnen aus. Thüringens Ministerpräsident Mario Voigt (CDU) begrüßte hingegen die Entscheidung der Bundesregierung, die Mineralölsteuer für zwei Monate um 17 Prozent zu senken, als wichtiges Signal für das Land.



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