Auslagerung von Ministeriumsaufgaben
Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) plant, Kernaufgaben ihres ministeriums an externe Berater auszulagern. Die Kosten könnten sich laut einem Bericht des „Spiegel“ auf mindestens zwei Millionen Euro pro Jahr belaufen. Ein Sprecher des Ministeriums begründete diesen Schritt damit, dass die Mitarbeitenden die Aufgaben nicht selbst erfüllen könnten.
Ausschreibung und Aufgabenbeschreibung
Die Ausschreibung für eine „Rahmenvereinbarung strategische Top-Management-Beratung“ wurde am 31. März veröffentlicht.Die Bewerbungsfrist beträgt 14 Tage.Das beauftragte Unternehmen soll das ministerium bei prioritären Themenfeldern wie Rohstoffsicherheit, Zukunftstechnologien und industrieller Transformation unterstützen. Zu den Aufgaben gehören Analysen, Diskussionspapiere und kurzfristige Beratungen.
Kritik an der Auslagerung
Ein Mitarbeiter des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWE) äußerte gegenüber dem „Spiegel“, dass die Auslagerung ganzer Aufgabenpakete an externe Berater fragwürdig sei und Misstrauen in die ministerielle Expertise signalisiere. Eine ehemalige Führungskraft des Ministeriums bezeichnete die auslagerung klassischer ministerieller Kernaufgaben als ungewöhnlich und als misstrauensvotum gegenüber dem Ministerium.
Reaktion des Ministeriums
Ein Ministeriumssprecher erklärte, dass die Maßnahme dazu diene, das Ministerium angesichts multipler krisen besser aufzustellen. es bestehe kein Zusammenhang mit den offenen Stellen im BMWE. Die ausgeschriebenen Leistungen könnten nicht von den Mitarbeitenden des Ministeriums erbracht werden.
Vertragsdetails
Der Beratungsbedarf wird auf 9.000 Stunden pro Jahr veranschlagt. 60 bis 75 Prozent der Leistungen sollen von den Partnern oder senior Associates der beauftragten Agentur erbracht werden. Bei branchenüblichen Stundensätzen könnten die Kosten auf mindestens zwei Millionen Euro steigen. Der Vertrag soll zwei jahre laufen, mit einer Option auf Verlängerung um weitere zwei Jahre.


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