Warnung vor längeren Wartezeiten auf Facharzttermine
Andreas Gassen,Chef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV),warnt vor längeren Wartezeiten auf Facharzttermine. Sollte Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) die Kürzungsempfehlungen einer Expertenkommission umsetzen, könnten Patienten künftig 50 Tage oder mehr auf einen Termin warten müssen.
Hintergrund der Kürzungsempfehlungen
Gassen äußerte sich gegenüber dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“ und verwies auf Angaben der Bundesregierung, wonach die wartezeit für gesetzlich Versicherte im Jahr 2024 im Schnitt 42 Tage betragen hat. 2019, als die nun zur Disposition stehenden Vergütungsregeln eingeführt wurden, lag die Wartezeit noch bei 33 Tagen.
Auswirkungen auf facharzttermine
Gassen erklärte, dass aufgrund des bestehenden kostendeckels aktuell 40 Millionen Facharzttermine nicht vergütet werden. Bei einer Streichung der Zuschläge, die über Terminservicestellen oder Hausärzte vermittelt werden, würden Praxen nur noch bezahlte Termine anbieten. „40 Millionen weniger Termine bedeuten, dass etwa jeder elfte Termin wegfällt“, sagte er.
Kritik an der Expertenkommission
Gassen wies die Argumentation der Expertenkommission und des Bundesrechnungshofs zurück, dass die Zuschlagsregelung für Versicherte keinen Nutzen gebracht habe. Er betonte, dass Fachärzte in den vergangenen Jahren mehr Termine angeboten hätten, da sich dies finanziell gelohnt habe. Dennoch sei der gefühlte Bedarf nicht zu stillen.
Forderung nach klarer Definition der Dringlichkeit
Die Forderung von SPD-Fraktionschef Matthias Miersch nach einer Termingarantie von drei Wochen bezeichnete Gassen als „Bullshit“. Er forderte stattdessen eine klare Definition der Dringlichkeit. Nach Einschätzung der KBV handelt es sich dabei um einen „sehr kleinen Prozentsatz aller Termine“, die innerhalb von Stunden oder wenigen Tagen behandelt werden müssten. Die Mehrheit der Patienten könne aus medizinischer Sicht mehrere Wochen oder Monate warten.



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