Der 1. FC Saarbrücken hat sein Auswärtsspiel beim TSV Havelse mit 2:3 (1:1) verloren. Der FCS ging früh in Führung, musste nach zwei Elfmetern für die Gastgeber aber einem Rückstand hinterherlaufen. In der Nachspielzeit verschoss Guiddir den dritten Strafstoß für Havelse. Die Spielleitung von Schiedsrichter Lotz sorgte für Diskussionen.
Favorit gegen den Tabellenletzten
Saarbrücken ging als Favorit in die Partie. Havelse ist das Tabellenschlusslicht der Liga. Der FCS stand auf Rang vier und liegt in Reichweite der Aufstiegsränge.
Havelses Trainer Samir Ferchichi nahm nach dem 1:1 gegen den SV Meppen eine Änderung vor: Nduka ersetzte Velasco. Bei Saarbrücken wechselte Trainer Argirios Giannikis nach dem 3:1 gegen Fortuna Düsseldorf ebenfalls einmal: Staff spielte anstelle von Gürpüz.
FCS geht in Führung
Die ersten 15 Minuten verliefen weitgehend ereignislos. Dann traf Saarbrücken: Nach einem Zuspiel von Pick schoss Alexander Staff aus halbrechter Position flach ins linke Eck (14.). Ob es sich um eine Abseitsposition handelte, konnte nicht zweifelsfrei aufgeklärt werden – Videobeweiß gibt es in der 3. Liga nicht. Danach kontrollierte der FCS die Partie, erspielte sich aber nur wenige klare Torchancen und nutzte seine Konter nicht.
Erster Elfmeter für Havelse
In der 36. Minute entschied Schiedsrichter Lotz auf Elfmeter für Havelse. Brünker hatte Wriedt im eigenen Strafraum zu Boden gebracht. Beide bulligen Stürmer schenkten sich in dieser Situation jedoch nichts. Am Ende war das Foulspiel sehr streng geahndet, setzte den Schiedsrichter aber unter Zugzwang, diese Linie fortzusetzen. Bei einer ähnlichen Situation zuvor gegen Brünker blieb die Pfeife jedoch stumm.
Johann Berger verwandelte in die linke untere Ecke (37.). Es war der erste Torschuss der Gastgeber – und der Einzige in Hälfte 1.
Saarbrücken wirkte danach kurz verunsichert. In der zweiten Minute der Nachspielzeit der ersten Halbzeit verfehlte Pick aus rund 14 Metern das lange Eck knapp. Es ging mit 1:1 in die Pause.
Zweiter Elfmeter direkt nach Wiederanpfiff
Kurz nach Wiederbeginn gab es den zweiten Strafstoß für Havelse. Nach einer Ecke hielt Saarbrückens Gleiber im Strafraum Belkahia fest, Lotz zeigte in der 48. Minute auf den Punkt. Auch dies eine extrem kleinliche und umstrittene Auslegung.
Berger traf halbhoch in die rechte Ecke und brachte Havelse mit 2:1 in Führung. Beide Elfmeterentscheidungen sorgten für Diskussionen.
Chancen auf beiden Seiten
Die Partie wurde danach offener. In der 56. Minute scheiterte Owusu nach einem Dribbling gegen Duah aus spitzem Winkel an Havelses Torwart Opitz. In der 68. Minute verhinderte Saarbrückens Torwart Bignetti gegen Guildir das 3:1. Wenig später scheiterte Brünker mit einem Schuss aus 20 Metern an Opitz.
Saarbrücken hatte mehrere Möglichkeiten zum Ausgleich. Zugleich schaltete der FCS nach Ballgewinnen nicht sauber um, spielte viele Fehlpässe und wirkte phasenweise phlegmatisch und fehleranfällig.
Schlussphase mit Tor, Anschluss und Fehlschuss
In der 88. Minute erzielte Eric Voufack nach Vorlage von Duah das 3:1 für Havelse. Vor dem Treffer stand ein Havelser Spieler im Abseits direkt vor Bignetti und schränkte dessen Sicht ein. Das Tor zählte dennoch.
In der 90. Minute verkürzte Brünker auf 2:3. Er köpfte eine Flanke von Bäuerle von der linken Seite aus sechs Metern ins Tor.
In der folgenden Aktion kam es nach einem zu kurzen Rückpass zu einem Zweikampf zwischen Bignetti und Guiddir im Strafraum. Ob nun Bignetti den Havelser Stürmer im 16-Meter-Raum umrannte oder umgekehrt bleibt offen. Schiedsrichter Lotz jedoch entschied ohne zu zögern auf Elfmeter für Havelse sowie Gelbe Karte gegen Bignetti. Guiddir war der Gefoulte, trat aber selbst an und schob den Ball links am Tor vorbei (90.+3). Kurz darauf endete die Partie.
Schiedsrichter prägt die Partie
Mit zunehmender Spieldauer rückte Schiedsrichter Lotz immer mehr in den Mittelpunkt. Er legte eine sehr kleinliche Linie an und pfiff zwei grenzwertige Elfmeter für Havelse. Bei vergleichbaren Szenen im Strafraum der Gastgeber, etwa um Brünker und Caliskaner, blieb ein Elfmeterpfiff für Saarbrücken aus. Die Leistung des Schiedsrichters fiel schwach aus und wirkte einseitig zugunsten der Gastgeber.
Am Ende hat sich Saarbrücken die Niederlage durch ihre eigene Spielweise jedoch selbst zuzuschreiben.
Tabelle und nächste Spiele
Saarbrücken bleibt mit 17 Punkten Vierter, hat aber nun vier Punkte Rückstand auf Essen und damit auf den Relegationsplatz. Havelse bleibt Letzter, rückte aber näher an die Nichtabstiegsplätze heran.
Havelse spielt am Samstag, 31. Oktober, um 14 Uhr zu Hause gegen den FC Ingolstadt 04. Saarbrücken empfängt am Sonntag um 13.30 Uhr den SV Waldhof Mannheim im Ludwigspark.



