Einleitung
Der Erwerb der deutschen Staatsbürgerschaft durch Geburt senkt offenbar die Kriminalität von Jugendlichen mit Migrationshintergrund. Dies zeigt eine neue Studie des Ifo-Instituts und der Universität Passau zur Reform des Staatsangehörigkeitsrechts im Jahr 2000.
Hauptteil
Ifo-Forscher helmut rainer erklärte, dass Jugendliche der zweiten und dritten Einwanderergeneration, die seit ihrer Geburt die deutsche Staatsbürgerschaft besitzen, rund 70 Prozent seltener von der Polizei als Tatverdächtige registriert wurden als vergleichbare Jugendliche zuvor, die noch keinen deutschen Pass hatten. Der Rückgang der Jugendkriminalität ist vor allem auf weniger Eigentums- und Drogendelikte zurückzuführen.
Die Studie untersucht die Auswirkungen der Reform des deutschen Staatsangehörigkeitsrechts im Jahr 2000. Grundlage sind Daten der polizeilichen Kriminalstatistik aus den Bundesländern Baden-Württemberg und Hessen sowie Berlin. Seit dem Jahr 2000 erhalten in Deutschland geborene Kinder ausländischer Eltern bei ihrer Geburt automatisch die deutsche Staatsbürgerschaft nach dem Geburtsortsprinzip, sofern mindestens ein Elternteil seit acht Jahren seinen gewöhnlichen Aufenthalt in Deutschland hat und eine Aufenthaltsberechtigung besitzt. Vor 2000 erwarben nur Kinder mit mindestens einem deutschen Elternteil die Staatsbürgerschaft bei Geburt.
Hintergrund
Ifo-Forscher Leander Andres betonte, dass präventive Maßnahmen zur Bekämpfung von Jugendkriminalität, wie die Verleihung der Staatsbürgerschaft durch Geburt, die Identitätsbildung prägen, das soziale Vertrauen stärken und die Chancen auf Bildung, Beschäftigung und politische Teilhabe verbessern können.studien zeigen,dass durch die Einführung des staatsbürgerschaftsrechts bei Geburt die schulischen Leistungen von Kindern mit Migrationshintergrund gestiegen sind. Durch den besseren Zugang zu bildungs- und Beschäftigungsmöglichkeiten sinkt die Wahrscheinlichkeit, dass Jugendliche kriminell werden.










