Fehler bei der Generalsanierung des Schienennetzes
Die Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bahn, Evelyn Palla, hat Fehler bei der Generalsanierung des Schienennetzes eingeräumt. „Es stimmt, dass wir die Störungen bislang nur um etwa 50 Prozent reduzieren konnten“, sagte Palla dem „Spiegel“. Sie räumte ein,dass man in der Vergangenheit möglicherweise zu optimistisch gewesen sei,betonte jedoch,dass die Generalsanierung fortgesetzt werde. Früher seien Bahnstrecken häufig gesperrt worden, was immer dieselben Pendler betroffen habe. Palla versprach, die Abläufe zu verbessern und erklärte: „Natürlich lernen wir bei jeder Korridorsanierung dazu.“
Kritik an Sanierungsprojekten
Palla reagierte auf Kritik an den Sanierungsprojekten zwischen frankfurt und Mannheim sowie zwischen Berlin und Hamburg, die sich verzögert haben.“Unsere Projekte sind aktuell in der Tat zeitlich eng getaktet. Aber viele Sanierungen dulden leider keinen Aufschub“, sagte sie.
Investitionen und Geduld
Die Bahn-Chefin warb um Geduld bei den Bahnkunden. Die heutigen Probleme seien die Folge von Entscheidungen vor 10 bis 15 Jahren, als zu wenig ins Schienennetz investiert wurde. heute investiere die Bahn wieder deutlich mehr, doch das System reagiere träge. „Wir werden die verbesserte Pünktlichkeit erst mit Zeitverzug spüren. Insgesamt wird es etwa zehn Jahre dauern,bis das Schienennetz wieder in einem guten Zustand ist.“
Verbesserungen im Service
in der Zwischenzeit kümmere sich die Bahn um dinge, die sofort bei den Menschen ankommen. „Wenn ich schon in einem verspäteten ICE sitze, sollte er zumindest sauber sein, die Toilette funktionieren und ein komplettes Sortiment im Bordbistro vorhanden sein“, sagte Palla. Sie betonte, dass 98 Prozent der Toiletten funktionierten, wolle jedoch den Service weiter verbessern.
Sicherheitsmaßnahmen
nach dem gewaltsamen Tod eines Zugbegleiters im Februar stellte Palla weitere Verbesserungen bei der Sicherheit des Personals in Aussicht. Für alle Kundenbetreuer von DB Regio,die es wünschen,habe man Bodycams bereitgestellt. Das Angebot sei auf alle Mitarbeiter mit Kundenkontakt ausgeweitet worden. Palla äußerte den Wunsch nach Tonaufnahmen bei der Verwendung der Bodycams, was jedoch am datenschutz scheitere.
Finanzvorständin Karin Dohm
Im Zusammenhang mit Finanzvorständin Karin Dohm, die nach kurzer Zeit ihren Posten räumen soll, wies Palla die Verantwortung von sich. „Frau Dohm ist eine erfahrene Managerin. Alles weitere ist Aufgabe und Entscheidung des Aufsichtsrates, der ich nicht vorgreifen will.“ Dohm stehen laut Vertrag bis zu zwei Jahresgehälter als Abfindung zu. Palla erklärte, dass die Entscheidung darüber beim Aufsichtsrat liege.











