Internationale Frauentag unter politischen Spannungen
Der Internationale Frauentag steht in diesem Jahr unter angespannten politischen Vorzeichen. Frauenpolitische errungenschaften geraten zunehmend unter Druck,auch in Deutschland. „Wir spüren einen raueren Wind. Fortschritt ist keine Selbstverständlichkeit mehr, manchmal müssen wir sogar das Erreichte verteidigen“, sagt Beatrice Zeiger, Geschäftsführerin der Arbeitskammer. Europaweit und auch in Deutschland gewinnen rechtspopulistische Kräfte an Einfluss, was Auswirkungen auf Frauenrechte und Gleichstellungspolitik hat.
Debatten in Deutschland
Auch innerhalb Deutschlands zeigt sich diese Entwicklung, etwa wenn in einzelnen Bundesländern über die Daseinsberechtigung von Gleichstellungsbeauftragten gestritten wird.
Saarland als positives Beispiel
Während frauenpolitische Organisationen in einigen Bundesländern unter Druck geraten, hat das Saarland vor einem Jahr eine Landesgleichstellungsstrategie beschlossen. „Es macht einen Unterschied, ob Gleichstellung nur am 8. März oder in Sonntagsreden vorkommt oder politisch strukturell verankert wird.Das Saarland hat sich mit seiner Strategie hier klar positioniert“, sagt Eva Groterath, Vorsitzende des Frauenrats Saarland e.V.
Die Arbeitskammer und der Frauenrat Saarland haben diesen Prozess aktiv begleitet. Zusammen mit dem DGB im Saarland setzen sie sich dafür ein, dass Gleichstellung auch in transformationsprozessen mitgedacht wird. „Eine gerechte Change gelingt nur, wenn Lasten und Chancen fair verteilt werden – und dazu gehört auch die Gleichstellung von Frauen und Männern“, sagt Fabienne Wolfanger, Regionsgeschäftsführerin des DGB Region Saar-Trier.
engagement über den Frauentag hinaus
neben ihren laufenden gleichstellungspolitischen Aktivitäten engagieren sich die Veranstalterinnen auch in weiteren Bereichen. Die arbeitskammer prüft eine Beteiligung am bundesweiten Bündnis gegen Sexismus und verstärkt ihr Engagement in Debatten rund um die sozialen Sicherungssysteme. „Wir sehen, wie die Diskussionen um den Sozialstaat härter werden. Gerade Frauen sind jedoch besonders auf stabile soziale Sicherungssysteme angewiesen“, so Beatrice Zeiger.
Blick nach vorn
Zur diesjährigen frauenpolitischen Matinee am Internationalen Frauentag, 8. März ab 11 Uhr, erwarten die Veranstalterinnen neben zahlreichen Gästen auch die Ministerpräsidentin sowie Vertreterinnen des zuständigen Ministeriums. Gemeinsam soll über den aktuellen Stand der Landesgleichstellungsstrategie informiert und über ihre Weiterentwicklung diskutiert werden.„Gleichstellung lebt vom politischen Willen – und vom kontinuierlichen Dialogue. Genau deshalb ist dieser Tag so wichtig“, so Fabienne Wolfanger.
Die Organisatorinnen stellen den diesjährigen Frauentag unter das Motto: „Kein Stillstand, kein Rückschritt!“. Das bisher Erreichte müsse verteidigt werden, und der Einsatz für mehr Gleichstellung gehe entschlossen weiter.









