Claudia Roth kritisiert Berlinale-Vorgehen
Die ehemalige Kulturstaatsministerin Claudia Roth (Grüne) hat das Vorgehen ihres Nachfolgers Wolfgang Weimer (parteilos) im Zusammenhang mit der Berlinale scharf kritisiert. Roth betonte die Bedeutung der Autonomie kultureller Institutionen und warnte vor politischem Einfluss auf die Kunst. „Politik darf nie Einfluss nehmen auf die inhaltliche Gestaltung von Kunst“,sagte Roth dem „Tagesspiegel“.
Außerordentliche Sitzung des Aufsichtsrats
Weimer hatte zu einer außerordentlichen Sitzung des Aufsichtsrats der „Kulturveranstaltungen des Bundes in Berlin GmbH“ (KBB) geladen, um über die Ausrichtung der Berlinale zu sprechen. Die Gespräche sollen in den kommenden Tagen fortgesetzt werden. Medienberichten zufolge steht die Berlinale-Chefin Tricia tuttle vor der Ablösung. Hintergrund ist der Auftritt des syrisch-palästinensischen Regisseurs Abdallah Alkhatib bei der Preisverleihung.
Roth warnt vor politischem Einfluss
Roth, die von 2021 bis 2025 Kulturstaatsministerin war, unterstrich die Wichtigkeit der Kunstfreiheit als Teil der Demokratie. „Die Politik muss die Freiheit der Kunst verteidigen, auch wenn sie einem nicht gefällt“, sagte sie. Sie warnte vor einem Eindruck, dass die Politik beim wichtigsten Filmfestival Deutschlands Einfluss auf Inhalte nehme.
Kritik von weiteren Politikern
Auch Katrin Göring-Eckardt, Sprecherin für Kultur und Medien der Grünen-Bundestagsfraktion, kritisierte Weimer. sie bemängelte das Fehlen eines Konzepts zur Bekämpfung von Antisemitismus und warnte vor Verunsicherung in der Branche. Die SPD und die Linke äußerten ebenfalls Bedenken. martin Rabanus von der SPD betonte die Notwendigkeit, künstlerische Meinungen zuzulassen. Ines Schwerdtner von der Linken nannte den Umgang mit der Berlinale einen „schweren Fehler“.











