Längere Wartezeiten für gesetzlich Versicherte
Gesetzlich Versicherte müssen 2024 länger auf Facharzttermine warten als in den Vorjahren. Dies geht aus antworten des Bundesgesundheitsministeriums auf eine Kleine Anfrage der Linken hervor, über die die „Rheinische Post“ berichtet.
Wartezeiten und Ausgaben
Laut einer Versichertenbefragung, auf die sich die Bundesregierung beruft, beträgt die durchschnittliche Wartezeit im Jahr 2024 42 Tage. Im Jahr 2019 waren es noch 33 Tage. Diese Zahlen beziehen sich auf Versicherte der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV), die mindestens einen Tag auf Facharzttermine gewartet haben.
gleichzeitig sind die jährlichen GKV-Ausgaben für offene Sprechstunden bei Ärzten gestiegen. Die extrabudgetäre Vergütung für Leistungen im Rahmen offener Sprechstunden erreichte 2023 rund 814 Millionen Euro, verglichen mit 547 Millionen Euro im Jahr 2022 und 291 millionen Euro im Jahr 2020.
Offene Sprechstunden
Bestimmte Ärzte müssen mindestens fünf Stunden pro Woche als offene Sprechstunden ohne vorherige Terminvereinbarung anbieten. Dafür erhalten sie eine extrabudgetäre Vergütung, die den Zugang zur ärztlichen Versorgung für GKV-Versicherte verbessern soll.
Kritik der Linken
Julia-Christina Stange, Sprecherin für ambulante versorgung der Linken-Fraktion, kritisierte die Regelungen. „Die Regelungen für eine bessere Versorgung und schnellere Termine sind ein Rohrkrepierer. Sie kosten die gesetzlich Versicherten mehr geld bei schlechterer Leistung“, sagte sie der Zeitung. „Anstatt aber endlich durchzugreifen und zu prüfen, wie sich die Versorgung tatsächlich entwickelt, verschließt die Regierung fest die Augen.“











