Erhöhung des Mindestlohns 2026
Nach Schätzungen des Statistischen Bundesamtes (Destatis) waren bis zu 4,8 Millionen Jobs von der Erhöhung des gesetzlichen Mindestlohns zum 1. Januar 2026 betroffen. Im April 2025 lag etwa jedes achte Beschäftigungsverhältnis unter dem neuen Mindestlohn von 13,90 Euro pro stunde. Die betroffenen Beschäftigten könnten eine geschätzte Steigerung der Verdienstsumme um bis zu 6 Prozent oder 275 Millionen Euro erfahren.
Schätzungsgrundlagen und Annahmen
Die Schätzung basiert auf der Annahme,dass alle betroffenen Beschäftigten mindestens den zuletzt gültigen Mindestlohn von 12,82 Euro erhalten hatten. Lohnsteigerungen nach April 2025 wurden nicht berücksichtigt, weshalb die Ergebnisse als obergrenzen zu verstehen sind.
Vergleich mit Vorjahresschätzung
Eine frühere Schätzung auf Basis der Verdiensterhebung von April 2024 ergab 6,6 Millionen betroffene Jobs. Der Rückgang der Zahl im Jahr 2025 wird unter anderem auf zwischenzeitliche Lohnerhöhungen zurückgeführt.
Geschlechtsspezifische und branchenspezifische Unterschiede
Frauen profitierten überdurchschnittlich von der Mindestlohnerhöhung, da 14 Prozent ihrer Jobs betroffen waren, verglichen mit 11 Prozent bei Männern. Besonders stark betroffen waren das Gastgewerbe (47 Prozent), die Land- und Forstwirtschaft, Fischerei (37 Prozent) und Kunst, Unterhaltung und Erholung (33 Prozent). Die öffentliche Verwaltung war mit gut 1 Prozent am wenigsten betroffen.
Regionale Unterschiede
In Ostdeutschland lag der Anteil der betroffenen Beschäftigungsverhältnisse bei rund 14 Prozent, in Westdeutschland bei rund 12 Prozent. Sachsen verzeichnete mit knapp 15 Prozent den höchsten Anteil, während Bayern mit 10 Prozent den geringsten Anteil aufwies.
Geplante Mindestlohnerhöhung 2027
Zum 1.Januar 2027 soll der Mindestlohn auf 14,60 Euro pro Stunde steigen. Schätzungen zufolge könnten bis zu 7 Millionen Jobs betroffen sein, was rund 18 Prozent der Beschäftigungsverhältnisse entspricht. Die geschätzte Verdienstsumme könnte um rund 4 Prozent oder 315 Millionen Euro steigen. Auch hier wurden Lohnsteigerungen nach April 2025 nicht berücksichtigt, weshalb die Ergebnisse als Obergrenzen zu verstehen sind.











