Trotz einer fast 40-minütigen Unterzahl nach einer Gelb-Roten Karte für Kaan Caliskaner sicherte Florian Pick mit einem späten Treffer das verdiente Remis.
Bereits vor dem Anpfiff gab es im mit 14.372 Zuschauern gut besuchten Ludwigsparkstadion zukunftsweisende Personalentscheidungen zu vermelden. Rekordspieler Manuel Zeitz gab bekannt, seine aktive Laufbahn nach über 420 Pflichtspielen am Saisonende zu beenden. Der 35-Jährige wird dem Verein künftig als Chefscout erhalten bleiben. (Mehr zum Thema) Zudem wurde Nicola Sahm, ehemals im Nachwuchsleistungszentrum des 1. FSV Mainz 05 tätig, als neuer Kaderplaner vorgestellt. Sportlich veränderte FCS-Trainer Argirios Giannikis seine Startelf im Vergleich zum Erfolg gegen Ingolstadt auf drei Positionen: Philip Fahrner, Kaan Caliskaner und Kai Brünker begannen anstelle von Dominic Baumann sowie den geschonten Calogero Rizzuto und Sebastian Vasiliadis.
Die Hausherren übernahmen von Beginn an die Initiative und erspielten sich eine drückende Überlegenheit. Schon in der dritten Spielminute traf Florian Pick mit einem Distanzschuss nur die Querlatte. Im weiteren Verlauf des ersten Durchgangs ließen Tim Civeja, Lasse Wilhelm und der mehrfach freigespielte Maurice Multhaup beste Gelegenheiten zur Führung ungenutzt. Diese mangelnde Chancenverwertung bestraften die Gäste aus dem Nichts mit hoher Effizienz: Jonas Oehmichen schloss einen Aachener Konter in der 24. Minute mit einem platzierten Schuss in den rechten Winkel zum 0:1 ab. Kurz vor dem Seitenwechsel hatte der FCS dann Glück, nicht noch höher in Rückstand zu geraten, als die Alemannia durch Loune (44.) und Joel da Silva Kiala (45.+1) zweimal das Aluminium traf.
Einen Aufreger gab es kurz vor der Pause durch eine Strafraumaktion von Tim Civeja, bei der er von hinten einen Stoß bekam. Eine Szene, die die gesamte Partie in der Fanstimmung kippen lies. Hier hätte man auf Elfmeter entscheiden können.
Nach Wiederanpfiff setzte Saarbrücken sein dominantes Offensivspiel zunächst fort, schwächte sich in der 51. Minute jedoch selbst. Kaan Caliskaner sah nach einem taktischen Foulspiel die Gelb-Rote Karte, nachdem er erst vier Minuten zuvor verwarnt worden war. Eine korrekte, aber insbesondere bei der ersten gelben Karte harte Entscheidung. Die Statik des Spiels veränderte sich daraufhin spürbar. Aachen drängte in Überzahl auf die Vorentscheidung, fand jedoch immer wieder seinen Meister im überragend agierenden FCS-Torhüter Phillip Menzel, der unter anderem gegen Gindorf und Schroers glänzend parierte.
Trotz des personellen Nachteils bewies die Elf von Argirios Giannikis Moral und fand in der Schlussphase zurück in die Partie. In der 81. Minute belohnten sich die Hausherren: Nach einem Eckball kam Florian Pick an der Strafraumgrenze an den Ball, zog nach innen und schlenzte das Leder mit der Innenseite zum umjubelten 1:1 ins linke Eck. Für Pick war es der 13. Saisontreffer. Das Tor war sinnbildlich für die Entwicklung der Hausherren: Moral, Wille, Laufbereitschaft und Einsatz wurden belohnt. In den letzten Minuten entwickelte sich ein offener Schlagabtausch, bei dem Torhüter Menzel den Punktgewinn mit einer letzten starken Parade gegen Aachens Castelle tief in der Nachspielzeit (90.+6) festhielt.
Da Konkurrent SSV Ulm im Parallelspiel beim VfB Stuttgart II ebenfalls nur einen Punkt holte, behauptet der 1. FC Saarbrücken auf Tabellenplatz 16 seinen Vorsprung von acht Zählern auf die Abstiegsränge.
Die nächste Chance, den Klassenerhalt weiter abzusichern, bietet sich den Blau-Schwarzen am kommenden Samstag (14:00 Uhr) beim Auswärtsspiel gegen den TSV Havelse.



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