Strukturbruch in der deutschen Automobilindustrie
Eine kürzlich veröffentlichte EY-Studie zeigt einen tiefgreifenden Strukturbruch in der deutschen Automobilindustrie. Allein im Jahr 2025 wurden rund 50.000 Arbeitsplätze abgebaut. Seit 2019 beläuft sich der Beschäftigungsrückgang auf über 100.000 Stellen. Diese entwicklung markiert einen kritischen Wendepunkt für die Branche. Die Auswirkungen sind in Automobilstädten bei Zulieferern, im Mittelstand, in Ausbildungsbetrieben und bei kommunalen Investitionen spürbar.
Politische Weichenstellungen erforderlich
Die globalen Märkte erfordern nun politische Weichenstellungen,um den Unternehmen einen politisch gewollten Transformationsprozess mit wirtschaftlicher Tragfähigkeit zu ermöglichen.
Initiative „Bürgermeister für einen starken Automobilstandort“
Vor einem Jahr gründeten Oberbürgermeister und Bürgermeister aus führenden Automobil- und Zulieferstädten die Initiative „Bürgermeister für einen starken Automobilstandort“. Ziel ist es, Industrie- und Klimapolitik so zu gestalten, dass Wettbewerbsfähigkeit, Beschäftigung und Klimaschutz vereinbar bleiben.
Zentrale forderungen der Initiative
– Technologieoffenheit als Leitprinzip im europäischen Industrie- und Klimapfad.
– Verlässliche, investitionssichere Rahmenbedingungen.
– Stärkung von Forschung und Entwicklung,insbesondere bei Batterietechnologie,Software,Sensorik,alternativen Antriebskonzepten und industrieller digitalisierung.
– Wettbewerbsfähige Energiepreise, schnelle Genehmigungsverfahren und leistungsfähige Infrastruktur.
– Sozialverträgliche Transformation zur Sicherung von Beschäftigung und gezielter Qualifizierung.
Die Initiative hat ihre Positionen auf Bundes- und EU-Ebene eingebracht. Zentrale Punkte sind in industriepolitische Debatten und Vereinbarungen eingeflossen. Dennoch reichen diese Maßnahmen angesichts der aktuellen Zahlen nicht aus.
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