Das Saarland bringt am Freitag eine Bundesratsinitiative zur Entwicklung einer nationalen Gasspeicherstrategie ein. Anlass ist der anhaltende Nahost-Konflikt in Verbindung mit ungewöhnlich niedrigen Gasspeicherfüllständen in Deutschland.
Füllstände deutlich unter Vorjahresniveau
Die deutschen Gasspeicher sind nach Angaben von Saar-Energieminister Jürgen Barke derzeit zu rund 22 Prozent gefüllt – und damit deutlich unter dem Durchschnittsniveau vergleichbarer Vorjahreszeiträume von rund 40 Prozent. Als Ursachen nennt Barke nicht nur den besonders kalten Winter, sondern auch geringere Einspeicherungen im vergangenen Sommer.
Hinzu kommt: Das Bundeswirtschaftsministerium hatte die vorgeschriebenen Mindestfüllstände für 2025 von 90 auf 80 Prozent abgesenkt. Angesichts hoher Preisvolatilität stünden die Speicherbetreiber nun vor erheblichen Herausforderungen. Allein um die reduzierten Einspeicherungen des Vorjahres zu kompensieren, seien laut Barke preisbedingte Mehrkosten von 1 bis 2 Milliarden Euro wahrscheinlich.
„Die Speicher sind die Achillesferse der Gasversorgung unseres Landes und dürfen deshalb nicht auf Kante genäht sein. Wir brauchen deshalb eine nationale Gasspeicherstrategie, um Versorgungsrisiken zu minimieren und uns besser für die Zukunft aufzustellen.“
Forderung nach gesetzlicher Gasreserve
Barke würdigt nach eigenen Angaben die Diversifizierung der Gasimporte über LNG-Terminals sowie Beschaffungen aus weiteren Herkunftsländern seit dem Stopp russischer Energielieferungen. Gleichzeitig mahnt er eine resilientere Aufstellung der Gasspeicherauslastung an.
Der Minister spricht sich konkret aus für
- Höhere Mindestfüllstände
- Anreize für Unternehmen zur Einspeicherung
- Die Prüfung einer gesetzlich zu verankernden „nationalen Gasreserve“
Ein angemessener Teil der Gasspeicherkapazitäten – etwa ein bis zwei Durchschnittsmonatsverbräuche – solle demnach für den Fall existenzieller Versorgungsengpässe vorgehalten werden.
Appell an Bundeswirtschaftsministerin
Die Herausforderungen durch marktliche Verwerfungen infolge des Nahost-Konflikts dürften nicht zu ausbleibenden Einspeicherungen oder gar der Stilllegung wichtiger Speicherinfrastrukturen führen, so Barke. Er fordert die Bundeswirtschaftsministerin auf, geeignete Rahmenbedingungen zur Stärkung der Gasspeicher als resiliente Infrastruktur auf den Weg zu bringen.
„Was wir derzeit an den Tankstellen sehen, droht sich zeitverzögert auch bei den Gasendkundenpreisen niederzuschlagen. Umso wichtiger ist es, dass wir uns jetzt für die nächste Heizperiode rüsten.“
„Die Zeit bis zum nächsten Winter läuft – die Bundesregierung muss jetzt handeln, um die Risiken zu minimieren.“











