Die Tafel im Sulzbach- und Fischbachtal steht vor einem Doppelproblem: Die bisherigen Räumlichkeiten im Sulzbacher „Ess-Eck“ können nach dem Verkauf des Gebäudes nur noch bis Ende Juni 2026 genutzt werden. Gleichzeitig gibt die bisherige Leiterin der Lebensmittelausgabe, Marliese Stay, ihre Aufgabe Ende März aus persönlichen Gründen auf. Die Einrichtung versorgt nach Angaben des Vereins durchschnittlich 70 Kundinnen und Kunden pro Woche aus Sulzbach, Quierschied und Friedrichsthal.
Runder Tisch mit Kommunen und Wohlfahrtsverbänden
Mitte März kamen Vertreterinnen und Vertreter der Tafel, der Gemeinde Quierschied, der Stadt Sulzbach sowie von Diakonie, Caritas, evangelischer und katholischer Kirche zu einem „Runden Tisch“ zusammen. Ziel des Treffens war es laut Mitteilung der Gemeinde Quierschied, Partnerschaften auszuloten und die Zukunft der Tafel langfristig zu sichern.
Was gesucht wird
Neue Räumlichkeiten
Der Verein sucht ein Ladenlokal mit folgenden Anforderungen:
- rund 80 Quadratmeter Ausgabefläche
- zusätzlich etwa 80 Quadratmeter Lagerfläche
- Kaltmiete von etwa 800 Euro
- barrierefreier Zugang
- unkomplizierte Anlieferung und Lagerung von Lebensmittelspenden
- Lage in einer weniger stark frequentierten, aber gut erreichbaren Straße
Freiwillige Helferinnen und Helfer
Darüber hinaus werden Ehrenamtliche für die Abholung, Einlagerung und Ausgabe von Lebensmitteln gesucht. Interessierte können sich per E-Mail an Monique Broquard (mb10@online.de) oder Ulrich Hammer (ulrich.hammer@ekir.de) wenden.
Vereinsvorstand appelliert an die Region
Der Vorstand des Trägervereins ruft Institutionen, Unternehmen sowie Bürgerinnen und Bürger auf, sich für den Erhalt der Tafel einzusetzen. Nur durch gemeinschaftliches Handeln könne gewährleistet werden, dass auch künftig Menschen in schwierigen Lebenslagen verlässlich unterstützt werden, heißt es in der Mitteilung.
Gemeinde Quierschied unterstützt seit Jahren
Die Gemeinde Quierschied ist nach eigenen Angaben bereits seit der Eröffnung der Tafel im „Ess-Eck“ im Jahr 2017 in die Unterstützung eingebunden – unter anderem durch Spendenaktionen der Kita Pusteblume in Fischbach-Camphausen, die Bereitstellung von Lagerräumen sowie zuletzt eine vom Gemeinderat beschlossene Geldspende von 1.000 Euro. Im Rahmen ihres Leerstandsmanagements beteiligt sich die Gemeinde nun auch an der Suche nach neuen Räumen. Auf eine ähnliche Situation verweist die Gemeinde selbst: Vor etwa anderthalb Jahren habe sie dazu beigetragen, dass die Kleiderkammer der AWO – heute unter dem Dach des DRK – in Quierschied nicht schließen musste.
In Quierschied hatte es von 2001 bis 2016 bereits einen Tafelladen gegeben, der damals von der Gemeinde mit Räumlichkeiten und Sachmitteln gefördert worden war. Er wurde nach Angaben der Gemeinde wegen fehlender Nachweise über die Gemeinnützigkeit und die Anerkennung durch den Bundesverband geschlossen.








