Der Beschluss folgt auf die Sitzung vom 30. September. Dort hatte der Rat mit 11 zu 9 Stimmen entschieden, die zum Parken freigegebene Fläche zu befestigen. Dafür stimmten CDU, BFF und SFF, dagegen AfD, SPD und Grüne. Die Verwaltung sollte Maßnahmen und Kosten ermitteln und die Mittel im Haushalt 2027 einplanen. Bezahlt werden soll aus Eigenmitteln und/oder aus dem Infrastruktursondervermögen des Landes. Die rund 700 Quadratmeter große Fläche war im Februar zum Parken freigegeben worden. Bei einem Ausbau könnten 20 bis 25 Stellplätze entstehen, zehn davon belegt derzeit der Eisstand.
Die Verwaltung hatte beim Ministerium für Inneres, Bauen und Sport nachgefragt, ob die Maßnahme förderfähig ist. Nach ihren Angaben hatte die Bewilligungsstelle zuvor schon mitgeteilt, dass eine Förderung allein für einen Parkplatz nicht in Frage komme. Die Stadt solle die Fläche zu einer „lebenswerten Ortsmitte” entwickeln. Das Ministerium antwortete, ein isolierter Parkplatz sei im Rahmen der Förderbereiche „eher schwer zu rechtfertigen”. Besser begründen lasse sich ein Vorhaben, wenn es mit Ladeinfrastruktur für E-Fahrzeuge, Park-and-Ride, Entsiegelung oder Begrünung verbunden wird. Das Mindestinvestitionsvolumen liegt bei 50.000 Euro. Eine Zusage enthielt das Schreiben nicht.
Der Rat hatte zwei Varianten zur Wahl. Die erste sah 200.000 Euro im Haushalt 2027 ohne Förderung vor, der Eisstand sollte bleiben. Sie fand keine Mehrheit. Die zweite beauftragt die Verwaltung, ein förderfähiges Konzept zu erarbeiten. Sobald Konzept, Förderfähigkeit und Gesamtkosten feststehen, sollen die Gremien erneut beraten. Die Verwaltung hatte dafür den Haushalt 2028 vorgesehen.
CDU-Fraktionschef Daniel Jung forderte, dass das Konzept bereits bis zur nächsten Ratssitzung Ende November vorliegt, mit ein bis zwei E-Ladesäulen und unter Erhalt der Eisdiele. Die Maßnahme solle 2027 eingeplant werden, die Fläche möglichst zum Weihnachtsmarkt im nächsten Jahr nutzbar sein. Bürgermeister Christian Jung sagte, er könne noch nicht versprechen, dass im November eine beschlussfähige Vorlage vorliege. Der Zuwendungsgeber müsse sagen, ob es bei den Ladesäulen bleiben kann.
Daniel Jung sagte, aus dem Schreiben des Ministeriums ergebe sich „sehr wohl, dass Fördermöglichkeiten für diese Fläche bestehen”. In Bildstock fehle Parkraum, in der Nähe lägen Apotheken, Ärzte, Geschäfte, eine Bäckerei, ein Restaurant und die Eisdiele, deren Kundschaft meist mit dem Auto komme. Die Kosten bezifferte er auf 100.000 bis 200.000 Euro. Zum Zeitplan sagte er: „In der Zeit sind in Ägypten Pyramiden gebaut worden.” Nadine Klein (BFF) schloss sich ihm an und unterstützte die zweite Variante.
Alexander Götzinger (SPD) fragte, warum Ladesäulen offenbar wichtiger seien, „als unseren Kindern Schulplätze zur Verfügung zu stellen”. Das Geld sei bei Schulen oder der Feuerwehr besser eingesetzt. Er lehnte beide Varianten ab. Horst-Henning Jank (Grüne) nannte das Vorhaben „groben Unfug”. Der Platz sei schnell in schlechtem Zustand, die Folgekosten wolle er nicht tragen. Gerd Schon (AfD) sagte: „Seltsamerweise haben wir für eine Schule kein Geld, aber für einen Parkplatz schon.” Die Fläche diene nur dazu, „damit ein paar Leute hier bequem zu Fuß in die nächsten Geschäfte kommen”. Daniel Jung hielt dagegen, ein Parkplatz für 100.000 bis 200.000 Euro lasse sich nicht mit einem Schulanbau für 4,2 bis 5 Millionen Euro vergleichen.
Letztlich reichten die Stimmen von CDU, SFF & BFF um das Bauvorhaben durchzusetzen.



