Die neue Gemeinschaftsschule Seiji-Kimoto Neunkirchen ist offiziell eingeweiht worden. Die frühere Gemeinschaftsschule Neunkirchen-Stadtmitte wurde abgerissen, an gleicher Stelle in der Lutherstraße entstand ein Neubau. Das Investitionsvolumen beträgt laut Mitteilung rund 33,5 Millionen Euro.
Die Schülerinnen und Schüler waren vor wenigen Wochen unter der Leitung von Schulleiter Michael Klepper in das Gebäude eingezogen. Zur Feierstunde kamen nach Angaben des Landkreises rund 250 geladene Gäste in die Aula.
Ehrengäste aus Politik
Anwesend waren Landtagspräsidentin Heike Winzent, Ministerpräsidentin Anke Rehlinger, Bildungsministerin Christine Streichert-Clivot und Oberbürgermeister Jörg Aumann. Auch der japanische Generalkonsul Takeshi Ito nahm teil. Landrat Sören Meng begrüßte die Gäste und hielt eine Laudation auf das Gebäude.
„Heute ist ein besonderer Tag. Wir eröffnen offiziell die Seiji-Kimoto-Gemeinschaftsschule. Schon der Blick in diesen Saal zeigt, welchen Stellenwert dieses Ereignis hat.“
Weiter sagte Meng
„Dieses Gebäude ist mehr als ein Neubau. Es ist eine Entscheidung für die Zukunft. Eine Entscheidung dafür, jungen Menschen etwas zuzutrauen. An ihre Fähigkeiten zu glauben, ihre Talente zu fördern und ihnen die bestmöglichen Bedingungen für ihren Bildungsweg zu geben. Es ist ein Bekenntnis zu Bildungsgerechtigkeit und Chancengleichheit. Und es zeigt, dass wir als Landkreis nicht nur auf Entwicklungen reagieren, sondern Zukunft selbst gestalten wollen. Wir haben mit dem Bau in die Möglichkeiten der nächsten Generationen investiert. Das ist der Anspruch, der hinter diesem Projekt steht. Wir schreiben heute ein Stück Geschichte. Ich wünsche der Seiji-Kimoto-Gemeinschaftsschule, ihrer Schulleitung, dem Kollegium und vor allem unseren Schülerinnen und Schülern alles Gute, viel Erfolg und Freude an diesem neuen Ort.“
Programm der Schulgemeinschaft
Die Schulgemeinschaft gestaltete das Programm mit. Schülerinnen und Schüler führten mehrere Musikstücke auf, die sie für die Eröffnung einstudiert hatten. Aus einem Projekt der 6. Klassen wurde ein selbst gestaltetes Kochbuch präsentiert und verschenkt. Das Buch und ein selbst entworfenes Schul-T-Shirt konnten zudem gekauft werden.
In einer Talkrunde mit der Bauleitung des Landkreises, den Architekten sowie Schülerinnen und Schülern erfuhren die Gäste Näheres zum Bau und zur Entstehungsgeschichte der Schule.
Würdigung des Namensgebers
Gewürdigt wurde auch der Neunkircher Künstler Seiji Kimoto, der 2022 starb und Namensgeber der Schule ist. Kimoto stammte ursprünglich aus Japan und lebte und arbeitete 60 Jahre lang in Neunkirchen. Mit der Namensgebung wird sein jahrzehntelanger Einsatz für die Würde des Individuums sowie für Freiheit und Toleranz geehrt.
Seine Frau Ursula und die beiden Töchter nahmen an der Eröffnung teil. Sie standen nach Angaben des Landkreises bei der Umsetzung des Bauprojekts im engen Austausch mit der Schulgemeinschaft und dem Landkreis.
Die Familie übergab der Schule ein Originalwerk des Künstlers als Dauerleihgabe. Es soll im Innenraum hängen. Ein vergrößertes Replikat soll in Kürze an einer Wand im Innenhof installiert werden.
Den Abschluss des offiziellen Teils bildete eine Segnung durch drei geistliche Vertreter der evangelischen, der katholischen und der muslimischen Gemeinde.
Gebäude und Ausstattung
Für viele Gäste war es die erste Gelegenheit, das fertige Gebäude zu sehen. Laut Mitteilung ist das Konzept offen und hell, große Fensterfronten bieten Blick auf die Neunkircher Innenstadt. Die Raumaufteilung sei übersichtlich, die Klassen- und Aufenthaltsräume böten ausreichend Platz für große Klassen.
In den Klassenräumen und in der Sporthalle im Untergeschoss wurden transparente Glaselemente in die Wände eingesetzt. Sie sollen Helligkeit, Übersichtlichkeit und Kommunikation fördern.
In den einzelnen Clustern entstanden geschlechtsneutrale Toilettenanlagen. Sie wurden nach Angaben des Landkreises im Sinne der Gleichberechtigung aller Schülerinnen und Schüler sowie der Lehrkräfte errichtet.
Ein großer Gemeinschafts- und Projektraum sowie eine Aula sollen für Projekte, Veranstaltungen und Feiern genutzt werden. Der Außenbereich wird neu angelegt und nach und nach bepflanzt und umgestaltet.



