St. Ingbert

Vortrag über gesundes Altern und Künstliche Intelligenz im MINT-Campus Alte Schmelz

Bioinformatiker Andreas Keller spricht am 20. Oktober 2026 über die Rolle von Infektionen beim Altern und den Einsatz von KI in der Altersforschung

Aktuelles aus St. Ingbert Gesund altern statt einfach nur länger leben

Im Wissenschaftsforum des MINT-Campus Alte Schmelz hält Prof. Dr. Andreas Keller am 20. Oktober 2026 einen Vortrag über gesundes Altern. Es geht um Infektionen und um die Auswertung großer Datenmengen mit Künstlicher Intelligenz.

Toyota Scheidt

Der Bioinformatiker Prof. Dr. Andreas Keller hält am Dienstag, 20. Oktober 2026, einen Vortrag im Wissenschaftsforum des MINT-Campus Alte Schmelz. Beginn ist um 19:30 Uhr. Der Titel lautet „Gesund altern statt einfach nur länger leben“.

Keller ist Inhaber des Lehrstuhls für Klinische Bioinformatik an der Universität des Saarlandes. Zudem leitet er die Abteilung Klinische Bioinformatik am Helmholtz-Institut für Pharmazeutische Forschung Saarland (HIPS).

Thema des Vortrags

Nach der Ankündigung klafft zwischen der durchschnittlichen Lebenserwartung und den Jahren bei guter Gesundheit eine Lücke von rund einem Jahrzehnt. Ziel der modernen Altersforschung sei es demnach nicht, das Leben um jeden Preis zu verlängern, sondern die Zahl der gesunden Lebensjahre zu vergrößern.

Altern verlaufe nicht gleichmäßig, heißt es in der Mitteilung. Die Organe alterten unterschiedlich schnell. Aufschluss über den Zustand eines Menschen könnten molekulare Spuren geben, die sich in Blut und Gewebe messen ließen, etwa kleine RNA-Moleküle. Diese steuern die Herstellung von Proteinen und verändern sich mit dem Alter.

Rolle von Infektionen

Eine wichtige Rolle spielen laut Ankündigung Infektionen und das lebenslange Zusammenleben mit Mikroorganismen. Krankheitserreger, aber auch nützliche Bakterien im und auf dem Körper hinterließen im Immunsystem Spuren. Diese wirkten über Jahrzehnte nach und könnten das Altern beschleunigen oder bremsen. Chronische Entzündung gilt demnach als einer der zentralen Motoren des Alterns. Infektionen zählten zu ihren wichtigsten Auslösern.

Künstliche Intelligenz in der Datenauswertung

Um diese Zusammenhänge sichtbar zu machen, seien große Datenmengen nötig. Aus einer einzigen Blutprobe entstünden Messwerte zu Millionen von Molekülen. Studien mit Tausenden Teilnehmerinnen und Teilnehmern lieferten Datenmengen im Terabyte-Bereich.

Verfahren des maschinellen Lernens erkennen laut Ankündigung in diesen Daten Muster, die klassischen Auswertungen verborgen bleiben. Sie schätzten das biologische Alter einzelner Organe. Sie könnten Erkrankungen wie Alzheimer oder Parkinson Jahre vor den ersten Symptomen anzeigen. Zudem halfen sie, in Bakterien neue Wirkstoffe aufzuspüren.

Der Vortrag gibt anhand von Beispielen aus der Saarbrücker Forschung einen Einblick in den Wissensstand zum Altern. Er thematisiert auch die Grenzen des Machbaren und die Chancen für ein langes, gesundes Leben.

Zum Referenten

Andreas Keller ist seit 2013 Professor für Klinische Bioinformatik an der Universität des Saarlandes. Seit 2022 leitet er zusätzlich die Abteilung Klinische Bioinformatik am HIPS, einem Standort des Helmholtz-Zentrums für Infektionsforschung.

Nach Studium und Promotion der Bioinformatik in Saarbrücken leitete er bis 2013 bei Siemens Healthineers in Erlangen die Gruppe für diagnostische Innovationen. Er habilitierte sich im Fach Humangenetik. Von 2019 bis 2021 forschte er als Gastprofessor an der Stanford University in Kalifornien.

Keller war Sprecher des Zentrums für Bioinformatik der Saar-Universität und ist Sprecher des PharmaScienceHub. Nach Angaben der Mitteilung wird er seit mehreren Jahren als „Highly Cited Researcher“ zu den weltweit meistzitierten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern gezählt.

Seine Arbeitsgruppe verbindet Künstliche Intelligenz mit großen molekularen Datensätzen. Sie untersucht Alterungsprozesse, das Zusammenspiel von Mensch und Mikroorganismen sowie neurodegenerative Erkrankungen wie Alzheimer und Parkinson.

Bildquellen

Gevita Tagesresidenz

Artikel teilen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert


Nach oben scrollen