Im Mannlichsaal des Edelhauses in Schwarzenacker haben Leben und Werk der Schriftstellerin und Übersetzerin Edith Aron im Mittelpunkt einer musikalischen Lesung gestanden. Unter dem Titel „Doch die Tochter zog immer das Schwierige vor“ führte der Ilmenauer Martin Strauch durch die Lebensstationen der in Homburg geborenen Autorin. Die Veranstaltung fand im Rahmen der Städtepartnerschaft zwischen Homburg und Ilmenau statt.
Zu den Gästen zählten der Beigeordnete Peter Fuchs und Simone Lukas. Lukas organisierte den Abend und betreut ehrenamtlich die Städtepartnerschaft für die Stadt Homburg.
Texte, Erinnerungen und Übersetzungen
Strauch hatte Texte, Erinnerungen und Übersetzungen zusammengestellt. Es ging um Arons eigene literarische Arbeit und um Autoren, deren Werke sie ins Deutsche übertrug. Dazu gehörten der argentinische Schriftsteller Jorge Luis Borges und Julio Cortázar, den Aron in Paris persönlich kennengelernt hatte. Zwei Auszüge aus dem Roman „Michael M“ des expressionistischen Dichters Paul Zech ergänzten die Lesung. Zech war 1933 ins argentinische Exil gegangen.
Musikalische Gestaltung
Für die Musik sorgte das Duo Sol: Dietmar Kunzler spielte Gitarre und Panflöte und sang, J. N. R. Wiedemann spielte Konzert- und Altquerflöte. Auf dem Programm standen Werke aus Argentinien, Amerika, Frankreich und Spanien, darunter Kompositionen von Astor Piazzolla, Carlos Gardel, Charlie Parker und Chick Corea. Die Musik spiegele damit die Länder und Kulturräume wider, die Arons Lebensweg geprägt hätten.
Aussagen von Fuchs und Lukas
Beigeordneter Peter Fuchs sagte
„Edith Aron ist eine bedeutende Homburgerin, deren Lebensweg sie durch verschiedene Länder und Kulturen geführt hat. Ihre Geschichte steht für das Leid von Flucht und Verfolgung, aber auch für die Kraft der Literatur, Menschen und Kulturen miteinander zu verbinden.“
Die Lesung mache deutlich, wie wichtig es sei, das Leben und Werk der Schriftstellerin lebendig zu halten und auch jüngeren Generationen näherzubringen, so Fuchs. Mit Blick auf die Städtepartnerschaft sagte er:
„Edith Aron hat mit ihrer Arbeit als Schriftstellerin und Übersetzerin literarische Brücken zwischen Ländern und Sprachen geschlagen. Dass wir ihr Leben und Werk gemeinsam mit unserer Partnerstadt Ilmenau in den Mittelpunkt stellen, zeigt, wie kultureller Austausch Menschen verbindet und Städtepartnerschaften mit Leben füllt.“
Simone Lukas ermutigte die Gäste, sich an eigene Erlebnisse und Schicksale zu erinnern und diese mit anderen zu teilen. Sie lud das Publikum ein, „Mit offenem Herzen aufeinander zuzugehen, Positives mit sich mitzunehmen“.
Zur Person Edith Aron
Edith Aron wurde 1923 in Homburg geboren. 1935 floh sie als Elfjährige mit ihrer Mutter vor der nationalsozialistischen Verfolgung nach Argentinien. Nach der Schulzeit dort führte ihr Weg über Paris und Berlin nach London, wo sie 2020 starb. Als Übersetzerin machte sie unter anderem Werke von Julio Cortázar und Jorge Luis Borges im deutschsprachigen Raum zugänglich. Die Erinnerung an ihre saarländische Heimat blieb ein wichtiger Bestandteil ihres literarischen Schaffens.
Lesebuch zum 100. Geburtstag
Anlässlich ihres 100. Geburtstags 2023 stellte die Stadt Homburg das Lesebuch „Edith Aron: Auf Wegen und Pfaden“ vor. Herausgeber ist Dr. Ralph Schock, erschienen ist es im Conte-Verlag. Der Band versammelt nach Angaben der Stadt Texte und Materialien zu Arons literarischem Schaffen, ihrer Lebensgeschichte und ihrer Verbundenheit mit ihrer Geburtsstadt.
Das Lesebuch kostet 22 Euro und ist im Buchhandel und online erhältlich (ISBN: 978-3-95602-264-7).







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