Eine zehnköpfige Gruppe aus Homburg hat vom 3. bis 6. Oktober die thüringische Partnerstadt Ilmenau besucht. Anlass war ein Bürgeraustausch im Zeichen des Tags der Deutschen Einheit. Auf dem Programm standen kulturelle Begegnungen, Einblicke in die Regionalgeschichte und eine gemeinsame Baumpflanzaktion zur Unterstützung der Wiederaufforstung im Thüringer Wald.
Die Verbindung zwischen beiden Städten reicht nach den Angaben in ihren Ursprüngen bis in die Zeit vor der Wiedervereinigung zurück. Aus privaten Kontakten entwickelte sich demnach eine Städtepartnerschaft, die seither gepflegt wird.
Pflanzaktion bei Unterpörlitz
Die gemeinsame Pflanzaktion fand bei Unterpörlitz statt. Hintergrund sind erhebliche Waldschäden, die unter anderem durch Trockenheit, Unwetter und Borkenkäferbefall entstanden sind. Bei einem früheren Besuch war die Idee entstanden, die Partnerstadt bei der Wiederaufforstung zu unterstützen.
Die Stadt Homburg stellte 200 Lärchenstecklinge zur Verfügung. Weitere Stecklinge und Nüsse brachten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer selbst mit. Gemeinsam mit Ilmenauer Bürgerinnen und Bürgern pflanzten sie das Material ein. Die Stadt Ilmenau setzte zudem eine Zitterpappel des Ilmenauer Stadtrats. Damit führte sie ihre Tradition fort, an diesem Ort einen Baum zu pflanzen.
Simone Lukas, ehrenamtliche Betreuerin der Städtepartnerschaften Homburgs mit Ilmenau und La Baule, sagte:
„Ideen sind wie Samen oder kleine Pflänzchen. Man muss sie pflanzen, pflegen, geduldig sein und manchmal auch sehr hartnäckig nachhelfen. So können wunderbare Bäume mit festen Wurzeln und breit ausladenden Zweigen werden.“
Zur Aktion sagte Lukas außerdem
„Die Aktion verdeutlichte, dass Städtepartnerschaft weit über offizielle Begegnungen hinausgehen kann. Sie schafft Möglichkeiten, gemeinsam Verantwortung zu übernehmen und einen konkreten Beitrag für kommende Generationen zu leisten. Gerade junge Menschen können bei solchen Projekten erfahren, wie Nachhaltigkeit, Naturverbundenheit und grenzüberschreitende Zusammenarbeit praktisch zusammenwirken.“
Empfang und Kulturprogramm
Auf der Hinfahrt legte die Gruppe einen Zwischenstopp in Eisenach ein. Sie besichtigte die Wartburg und lernte das kulturelle Erbe der Stadt rund um Johann Sebastian Bach und Martin Luther kennen.
In Ilmenau empfingen Bürgermeisterin Beate Misch, die Organisatorin Katarina Griesbach, Ilmenauer Kulturschaffende und weitere Gastgeber, darunter Mitglieder des Seniorenbeirats, die Delegation. Beim gemeinsamen Abendessen in der Gaststätte „Zur Post“ gab es Thüringer Spezialitäten.
Am folgenden Tag besuchte die Gruppe Stationen der Ilmenauer Kulturgeschichte mit Bezug zu Johann Wolfgang von Goethe:
- In Stützerbach führte Martin Strauch durch die Sammlung des Goethevereins.
- In der Kulturscheune zeigte eine Ausstellung traditionelle Spielzeugherstellung und Kunsthandwerk, etwa gefilzte Tiere und Spielobjekte aus farbigem Kunstleder der Designerinnen Heide Bürmann und Doris Lachnitt.
- Das GoetheStadtMuseum informierte über die Geschichte der Region und Goethes Wirken.
- In der Laborglasausstellung führte Dr. Karl-Heinz Schmidt durch eine Sammlung mit mehr als 1.500 Exponaten. Sie behandelt die Ilmenauer Glasindustrie von anspruchsvollen Glasprodukten bis zur Glasfasertechnologie sowie die Geschichte der Glas- und Porzellanindustrie.
Wanderung und Abschluss
Bei einer Wanderung genoss die Gruppe den Blick vom Kickelhahn, auf dem Aussichtsturm und Goethehäuschen stehen. Zudem besichtigte sie einen ehemaligen Stollen, in dem Feldspat gewonnen wurde.
Bei einem abschließenden Treffen kamen die Homburger und ihre Gastgeber noch einmal in größerer Runde zusammen. Es gab Gespräche, neue Bekanntschaften und gegenseitige Einladungen. Auf der Rückfahrt besuchte die Gruppe Erfurt mit Dom, Zitadelle und historischer Altstadt.







Schreibe einen Kommentar