Saarland

Saarland verankert Informatik-Pflichtfach im empfohlenen Umfang

Informatik-Monitor 2026/27: Nur drei Bundesländer erreichen sechs Jahreswochenstunden in der Sekundarstufe I

2 Min. Lesezeit
Saarland: Bostalsee 2023, SaarbrueckenLandtag1
Symbolbild | Bild: self / CC BY-SA 4.0; LigaDue / CC BY-SA 4.0 via Wikimedia Commons (bearbeitet)

Das Saarland gehört laut Informatik-Monitor 2026/27 zu den drei Bundesländern, die den empfohlenen Umfang von sechs Jahreswochenstunden Informatik in der Sekundarstufe I in ihren Stundentafeln vorsehen. Das teilte das Bildungsministerium mit.

Das Saarland sieht beim Pflichtfach Informatik in der Sekundarstufe I den von Fachleuten empfohlenen Umfang von sechs Jahreswochenstunden vor. Das geht aus dem Informatik-Monitor 2026/27 hervor, auf den sich das Ministerium für Bildung und Kultur in einer Mitteilung beruft. Das Saarland zählt demnach zur bundesweiten Spitzengruppe.

Drei Länder erreichen empfohlenen Umfang

Laut Informatik-Monitor haben inzwischen zehn Bundesländer Informatik als Pflichtfach an allen Schulformen der Sekundarstufe I verankert. Den von der Ständigen Wissenschaftlichen Kommission der Kultusministerkonferenz (SWK) empfohlenen Gesamtumfang von sechs Jahreswochenstunden erreichen in ihren Stundentafeln bislang nur drei Länder:

  • das Saarland
  • Mecklenburg-Vorpommern
  • Thüringen

An den saarländischen Gemeinschaftsschulen und Gymnasien sind in den Klassenstufen 7 und 8 jeweils zwei Wochenstunden Informatik vorgesehen. In den Klassenstufen 9 und 10 ist es jeweils eine Wochenstunde. Die Einführung erfolgt nach Angaben des Ministeriums schrittweise.

Bildungsministerin Christine Streichert-Clivot (zitiert aus der Mitteilung) sagte:

„Die digitale Welt prägt, wie wir lernen, arbeiten und miteinander leben. Wir wollen, dass junge Menschen diese Welt verstehen, kritisch hinterfragen und selbstbewusst mitgestalten können. Dafür brauchen sie Wissen über informatische Zusammenhänge ebenso wie die Fähigkeit, Informationen einzuordnen und verantwortungsvoll mit Künstlicher Intelligenz umzugehen. Mit dem Pflichtfach Informatik schaffen wir dafür eine gemeinsame Grundlage – unabhängig vom Elternhaus. Dass das Saarland bundesweit zur Spitzengruppe gehört, bestätigt unseren Weg. Diesen Weg gehen wir konsequent weiter: Wir stärken Informatik von der Sekundarstufe I bis zum Abitur, verankern digitale Bildung an den Förderschulen und qualifizieren Lehrkräfte für diese Aufgabe. So machen wir digitale Bildung zu einer Frage der Chancengerechtigkeit.“

Gleichstellung mit Naturwissenschaften in der Oberstufe

Mit der neuen Verordnung für die gymnasiale Oberstufe wird Informatik beim Stundenumfang den Naturwissenschaften gleichgestellt. Das Fach wird künftig als dreistündiger Grundkurs oder als fünfstündiger Leistungskurs unterrichtet.

Förderschulen: Informatik wird Teil der Stundentafeln

Nach der neuen Förderschulverordnung wird Informatik an allen Förderschulen verbindlicher Bestandteil der Stundentafeln. Ausgenommen ist der Förderschwerpunkt Geistige Entwicklung. Die Inhalte orientieren sich am Lern- und Entwicklungsstand der Schülerinnen und Schüler.

Weiterbildung und Quereinstieg für Lehrkräfte

Das Saarland verbindet nach Angaben des Ministeriums die Weiterbildung bereits tätiger Lehrkräfte mit neuen Zugangswegen in den Schuldienst. Der Informatik-Monitor weist für das Schuljahr 2024/25 insgesamt 74 Lehrkräfte aus, die eine Weiterbildung für Informatik in der Sekundarstufe I abgeschlossen haben.

Seit 2024 gibt es zudem den Quereinstiegsmaster als zusätzlichen universitären Weg zum Master of Education. Er wurde zunächst in Physik und Informatik angeboten, inzwischen auch in weiteren Fächern. Außerdem wurde der direkte Quereinstieg in den Vorbereitungsdienst für Bedarfsfächer wie Informatik geöffnet.

Weitere Bewertungen und Rahmenbedingungen

Auch der Bildungsmonitor der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft hebt laut Ministerium den bereits hohen Umfang des Informatikunterrichts im Saarland und die überdurchschnittliche Verfügbarkeit von schnellem WLAN hervor.

Nach Angaben des Ministeriums greifen im Saarland das Pflichtfach Informatik ab Klassenstufe 7, das Basiscurriculum Medienbildung und informatische Bildung, digitale Lernangebote, die Landesinstitutsstruktur für schulische Medienbildung und die Qualifizierung von Lehrkräften ineinander. Das Digitale-Bildung-Gesetz sichert die digitale Bildung rechtlich ab.

Hintergrund

Der Informatik-Monitor ist ein Gemeinschaftsprojekt des Stifterverbandes, der Gesellschaft für Informatik und der Heinz Nixdorf Stiftung. Er untersucht jährlich den Stand der informatischen Bildung in den Bundesländern. Im Mittelpunkt stehen das Unterrichtsangebot, die Verankerung des Fachs in den Stundentafeln sowie die Ausbildung und Qualifizierung von Informatiklehrkräften.

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