Das Saarland hat sich bei den Beratungen im Bundesrat zum Startchancen- und Qualitätsentwicklungsgesetz (SC-QEG) für eine dauerhaft verlässliche Finanzierung der frühkindlichen Bildung ausgesprochen. Das teilte das Land mit. Bildungsministerin Christine Streichert-Clivot forderte, Kinder in herausfordernden sozialen Lagen besonders zu unterstützen und bewährte Angebote der Länder zu stärken.
Nachbesserungsbedarf sieht das Saarland vor allem bei der Finanzierung. Der Entwurf sieht ab 2029 sinkende Bundesmittel vor. Die Finanzierung ist nur bis 2034 vorgesehen. Die zusätzlichen Qualitätsanforderungen sollen dagegen dauerhaft gelten.
Ministerin: Qualität gemeinsam finanzieren
Streichert-Clivot sagte
„Kein Kind kann sich aussuchen, unter welchen Bedingungen es aufwächst. Aber wir als Politik können entscheiden, welche Chancen wir diesem Kind eröffnen. Deshalb wollen wir dieses Gesetz. Bildungsgerechtigkeit bedeutet, dort mehr zu tun, wo Kinder weniger Chancen haben. Dafür brauchen wir starke Kitas und frühe Sprachförderung, die auch Kinder erreicht, die bisher keine Kita besuchen. Im Saarland übernehmen wir Verantwortung: mit Startklar Deutsch, der vollständigen Beitragsfreiheit ab Januar 2027 und einem verdoppelten Landesanteil für frühkindliche Bildung. Auch der Bund stellt erhebliche Mittel bereit. Aber dauerhaft höhere Anforderungen und eine sinkende, befristete Finanzierung passen nicht zusammen. Wer gemeinsam Qualität vereinbart, muss sie auch gemeinsam dauerhaft finanzieren. Die Herkunft eines Kindes darf nicht über seine Zukunft entscheiden.“
Forderungen zur Umsetzung
Das Saarland begrüßt, den Ansatz des Startchancenprogramms auf Kitas zu übertragen. Zusätzliche Mittel für Sprachförderung und Sozialarbeit sollen gezielt dort ankommen, wo die sozialen Herausforderungen besonders groß sind.
Bei der Umsetzung fordert die Ministerin
- verbindliche Qualitätsziele und Spielräume für die Länder
- die Anerkennung bestehender Angebote
- eine Förderung, die sich am Bedarf der Kinder orientiert
Starre Zeitvorgaben und zusätzliche Nachweispflichten dürfen demnach die pädagogische Arbeit nicht erschweren.
„Startklar Deutsch“ im Saarland
Mit dem Programm „Startklar Deutsch – Alle Chancen für alle Kinder“ verbindet das Land nach eigenen Angaben:
- eine frühe Sprachstandsfeststellung
- einen verbindlichen Sprachförderanspruch im letzten Jahr vor der Einschulung
- eine enge Zusammenarbeit zwischen Kitas und Grundschulen
Das Angebot berücksichtigt ausdrücklich auch Kinder, die keine Kita besuchen.
Hintergrund
Das „Gesetz zur Verbesserung der Startchancen von Kindern und zur Qualitätsentwicklung in der Kindertagesbetreuung“ (SC-QEG) soll die frühkindliche Bildung stärken. Es soll dazu beitragen, den Zusammenhang zwischen sozialer Herkunft und Bildungserfolg aufzubrechen. Schwerpunkte sind die frühe Sprach- und Entwicklungsförderung, die gezielte Unterstützung von Kitas in herausfordernden sozialen Lagen sowie ein Übergang in die Grundschule. Der Grundgedanke des Startchancenprogramms wird auf die Kindertagesbetreuung übertragen: Einrichtungen mit besonders großen Herausforderungen sollen zusätzliche Unterstützung erhalten.
Der Bundesrat beriet am 16. Oktober 2026 über den Gesetzentwurf.







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