Das saarländische Wirtschaftsministerium fördert die Entwicklung der KI-gestützten Plattform „inhAIrit“ mit rund 405.000 Euro. Staatssekretärin Elena Yorgova-Ramanauskas übergab am Freitag, 30. Oktober, den Zuwendungsbescheid an die Codigo GmbH aus Saarbrücken. Dabei informierte sie sich nach Angaben des Ministeriums auch über den Stand der Entwicklungsarbeiten.
Die Plattform soll helfen, den digitalen Nachlass rechtzeitig zu regeln. Es geht um den Zugriff auf Dokumente, Online-Konten und digitale Vermögenswerte, wenn ein Mensch schwer erkrankt oder stirbt.
Funktionen der Plattform
Nach Angaben des Ministeriums können Nutzerinnen und Nutzer mit „inhAIrit“ wichtige Dokumente und Zugangsdaten verschlüsselt hinterlegen. Sie legen fest, wer im Notfall oder nach ihrem Tod darauf zugreifen darf. Laut Mitteilung sollen mehrstufige Freigabeverfahren und Verschlüsselung vor unbefugtem Zugriff schützen. Ein KI-Assistent unterstützt bei der Organisation. Notariate, Anwaltskanzleien und Steuerberatungen sollen einbezogen werden.
Datenschutz und Sicherheit sind demnach nach dem Prinzip „Secure by Design“ von Beginn an in die Entwicklung integriert.
Förderung und Finanzierung
Das Projekt läuft seit Februar 2025. Die Förderung deckt 45 Prozent der Gesamtkosten von rund 900.000 Euro. Das Geld stammt aus Mitteln der Europäischen Union und des Saarlandes. Es fließt über das Zentrale Technologieprogramm Saar (ZTS) im Rahmen des EFRE-Programms Saarland 2021–2027.
Nach Angaben des Ministeriums verbindet das Vorhaben die Bereiche Digitalisierung, Künstliche Intelligenz und IT-Sicherheit. Es soll eine Anwendung mit überregionalem Marktpotenzial sowie qualifizierte Arbeitsplätze im Saarland schaffen.
Stimmen
Staatssekretärin Yorgova-Ramanauskas sagte
„Unser Leben findet zunehmend digital statt. Umso wichtiger sind Lösungen, die persönliche Daten und digitale Vermögenswerte schützen und ihre sichere Weitergabe ermöglichen. Mit der Förderung unterstützen wir ein innovatives saarländisches Unternehmen dabei, technologische Kompetenz in eine marktfähige Anwendung zu überführen. Das stärkt unseren Digitalstandort und eröffnet Perspektiven für neue Geschäftsfelder.“
Codigo-Geschäftsführer Benjamin Wegemund sagte
„Jeder Mensch hinterlässt ein Lebenswerk. Aber die wenigsten wissen, wie sie alles Wichtige für den Ernstfall richtig vorbereiten sollen. Genau hier setzt Codigo an. Wir wollen Menschen mit KI, fundiertem Fachwissen und passenden Vorlagen Schritt für Schritt durch ihre Vorsorge begleiten. Mit inhAIrit entwickeln wir zugleich die Sicherheitstechnologie, damit persönliche Daten selbst für uns nicht einsehbar sind und im Ernstfall kontrolliert an die richtigen Menschen weitergegeben werden können. Die Förderung durch das Saarland gibt uns die Möglichkeit, diese anspruchsvolle Entwicklung entscheidend voranzubringen.“



