Den Antrag hatten die Fraktionen von CDU und BFF gestellt. Finanziert werden soll der Ausbau aus Eigenmitteln und/oder mit Geld aus dem Infrastruktursondervermögen des Landes. Die Verwaltung soll planen und ermitteln, was der Ausbau kostet, wenn Förderkriterien erfüllt werden. Eine Förderung für reine Parkflächen ist nach ihren Angaben nicht möglich. Bei einem Ausbau könnten 20 bis 25 Stellplätze entstehen, zehn davon belegt derzeit der Eisstand. Eine Planung gibt es bislang nicht, zunächst soll sich der Fachausschuss mit dem Thema befassen.
Laut Antrag soll die Fläche als Parkfläche und als Veranstaltungsfläche, etwa für den Weihnachtsmarkt, aufgewertet werden. Sie solle „ordnungsgemäß befestigt und gepflastert“ werden. Falls Fördermittel es erforderten, sei auch eine Bepflanzung um die Fläche zu erwägen.
CDU-Fraktionschef Daniel Jung nannte in der Sitzung Kosten von etwa 100.000 Euro, im Vergleich zu anderen Vorhaben „wirkliche Peanuts“. Die Fläche werde gut angenommen, stehe bei Regen aber unter Wasser. Deshalb soll dort in diesem Jahr kein Weihnachtsmarkt stattfinden. Zusätzlich will die CDU Mittel aus dem Infrastruktursondervermögen beantragen. Der Ausbau helfe der Ortsmitte, dem Kampf gegen Leerstand und denen, die zu Arzt, Apotheke oder Bäcker wollten.
Nadine Klein, Fraktionsvorsitzende der BFF, verwies auf Gespräche mit Geschäftsleuten, die mit der Freigabe zufrieden seien. Auch Anwohner nutzten die Plätze, die Straße werde entlastet. Mit einem Ausbau könne der Weihnachtsmarkt wieder dort stattfinden, die Vereine hätten sich im vergangenen Jahr geärgert. Man müsse die Ortsmitte attraktiver machen.
Kritik kam von AfD, Grünen und SPD. AfD-Fraktionschef Gerd Schon rechnete mit rund 200.000 Euro für einen ordnungsgemäßen Ausbau. Er lehnte es ab, für Parkplätze einen Teppich auszurollen, und schlug verdichteten Splitt oder Erde vor. Zudem habe Friedrichsthal „wichtigere Aufgaben“, etwa beim Bauhof oder bei der Feuerwehr. Dr. Horst-Henning Jank (Grüne) nannte zusätzliche Parkplätze das Letzte, wofür die Stadt jetzt Geld ausgeben sollte. Der SPD-Beigeordnete Peter Bickelmann verwies auf Sanitäranlagen in Turnhallen und Feuerwehrgerätehaus aus den 70er- und 80er-Jahren: „Dort duschen und baden unsere Kinder.“ Jung wies zurück, Feuerwehr und Toiletten gegen die Fläche auszuspielen. „Jetzt auf einmal soll das alles überflüssig sein und unnötige Geldausgaben“, sagte er mit Blick auf die frühere Debatte.
Das Anliegen geht auf den Unternehmerstammtisch zurück, den die BFF betreut. Die CDU brachte es im September 2025 als Antrag in den Rat. Darin hieß es, eine förmliche Anlage mit Entwässerungs- und Untergrundarbeiten sowie Pflasterung sei „nicht notwendig“. Die Stadt spare dadurch „sechsstellige Kosten“. Der Rat fasste einen Grundsatzbeschluss.
Im Februar gab der Rat die rund 700 Quadratmeter große Fläche mehrheitlich zum 1. Mai 2026 zum Parken frei, mit dem Hinweis „Parken auf eigene Gefahr“ und einer Parkzeitregelung, aber ohne Investitionen. CDU, SPD, AfD und BFF stimmten zu. Jank stimmte dagegen und nannte die Öffnung ohne Sanierung „groben Unfug“. Er befürchtete, die Fläche sehe bei schlechtem Wetter „binnen Wochen aus wie eine russische Dorfstraße“. Die SPD knüpfte ihre Zustimmung an eine langfristige Perspektive: Zeige sich dauerhafter Bedarf, solle die Fläche „nachhaltig, ästhetisch anspruchsvoll und entsprechend zweckgebunden“ hergerichtet werden, auch für Veranstaltungen.
Die Verwaltung hatte vor der Öffnung gewarnt. Nach ihren Angaben rät der städtische Versicherer von einer Öffnung ab. Die Deckschicht aus wassergebundenem Kies sei bei dauerhaftem Parken wartungsintensiv. Wegen des lehmigen Bodens ist bereits eine Drainage eingebaut. Stehendes Wasser und Schlaglöcher seien dennoch nicht auszuschließen. Für eine neue Kiesdecke nannte die Verwaltung rund 50.000 Euro, für eine umfassendere Variante rund 170.000 Euro brutto. Die Mittel seien derzeit nicht vorhanden.
Einschränkungen gibt es durch den Pachtvertrag des Eisstandes: Solange er steht, fehlt ein Teil der Stellplätze. Von Ende November bis Februar ist die gesamte Fläche nutzbar. Bickelmann warnte davor, den Eisstand für den Ausbau wegfallen zu lassen. Er werde vom Frühsommer bis in den Spätherbst gut besucht, dort kämen auch Jugendliche und Kinder ins Gespräch. Jung sagte, aus Sicht der CDU solle der Eisstand erhalten bleiben. Von den 20 bis 25 möglichen Stellplätzen blieben dann rechnerisch 10 bis 15.







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