In Spiesen-Elversberg haben in der vergangenen Woche die ersten Bürgerworkshops zur Erstellung des Starkregenvorsorgekonzeptes der Gemeinde stattgefunden. Die Veranstaltungen liefen in der Artotheke in Elversberg und im Sitzungssaal des Rathauses in Spiesen. Im Mittelpunkt standen laut Mitteilung der Gemeinde die Information über mögliche Gefahren durch Starkregen, Möglichkeiten der Eigenvorsorge und die gemeinsame Überprüfung erster Starkregengefahrenkarten.
Informationen zu Gefahren und Eigenvorsorge
Zu Beginn informierten Mitarbeitende der eepi GmbH, die mit der Erstellung des Vorsorgekonzeptes beauftragt ist, über den Projektablauf und die Gefahren durch Starkregen. Sie erläuterten, warum das öffentliche Kanalnetz nicht dafür ausgelegt ist, die Wassermengen extremer Starkregenereignisse vollständig aufzunehmen.
Die Teilnehmenden erhielten zudem Hinweise, wie sie Gebäude und Grundstücke besser schützen können. Genannt wurden mobile Schutzelemente sowie druck- und wasserdichte Fenster.
Hochwasserpass und Fördermöglichkeiten
Außerdem wurde auf den Hochwasserpass Saar hingewiesen. Er wird von sachkundigen Personen erstellt und ermöglicht eine individuelle Einschätzung der Gefährdung eines Gebäudes. Auf dieser Grundlage lassen sich Schutzmaßnahmen auswählen und umsetzen.
Unter bestimmten Voraussetzungen kann ein Hochwasserpass nach Angaben der Gemeinde Vorteile bei der Versicherung bieten, etwa eine mögliche Senkung der Prämie. Eigentümerinnen und Eigentümer sollten dazu direkt mit ihrem Versicherungsunternehmen Rücksprache halten.
Der Hochwasserpass kann zudem Voraussetzung für die Beantragung von Fördermitteln sein. Nach der Richtlinie zur Förderung von Maßnahmen für mehr Klimaanpassung, Ladeinfrastruktur und generationengerechtes Wohnen (FRL-Klima) vom 29. Juli 2026 können Privatpersonen und Unternehmen unter den jeweiligen Förderbedingungen Zuschüsse für Objektschutzmaßnahmen beantragen. Dazu gehören:
- Türsperren
- die Sicherung von Lichtschächten
- die Anpassung elektrischer Anlagen
Je nach Maßnahme können bis zu 30 Prozent der förderfähigen Ausgaben bezuschusst werden.
Gefahrenkarten gemeinsam geprüft
Im praktischen Teil begutachteten die Bürgerinnen und Bürger gemeinsam mit Mitarbeitenden des Bau- und Umweltamtes und der eepi GmbH einen ersten Entwurf der Starkregengefahrenkarten. Sie konnten Fragen stellen und ihre Ortskenntnisse einbringen. Hinweise waren vor allem zu Stellen möglich, an denen die dargestellte Gefährdung nicht mit den eigenen Erfahrungen übereinstimmt, etwa weil Bereiche stärker oder weniger stark betroffen sind als bislang angenommen.
Das Wissen der Menschen vor Ort ergänze die fachlichen Untersuchungen und helfe, die Gefahrenpotenziale möglichst realitätsnah abzubilden, hieß es. Die Karten sollen zu einem Instrument für die kommunale Starkregenvorsorge und die persönliche Vorbereitung werden.
Nach der Fertigstellung werden die Karten auf der Homepage der Gemeinde veröffentlicht und allen Bürgerinnen und Bürgern zur Verfügung gestellt.
Weitere Hinweise erwünscht
Auch Einwohner, die nicht an den Workshops teilnehmen konnten, können ihre Erfahrungen einbringen. Das gilt für bekannte Überflutungsstellen, problematische Abflusswege oder andere Auffälligkeiten im Zusammenhang mit Starkregen im Gemeindegebiet.
Ansprechpartnerin ist Lisa Trumm vom Bau- und Umweltamt der Gemeinde Spiesen-Elversberg (E-Mail: L.trumm@spiesen-elversberg.de).







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