Der Stadtrat der Kreisstadt Neunkirchen hat in seiner Sitzung vom 23. September entschieden, das geplante Sicherheits- und Verwaltungszentrum auf dem ehemaligen Kaufhof-Areal zu errichten. Der Rat folgte damit einer Empfehlung der Stadtverwaltung, die anhand einer Entscheidungsmatrix mit mehreren Kriterien insgesamt zehn Standorte geprüft hatte.
Bewertung von zehn Standorten
Die Verwaltung prüfte die Standorte in zwei Schritten. Im ersten Schritt schieden acht der zehn Standorte aus, unter anderem wegen nicht ausreichender Grundstücksgröße. Die verbliebenen zwei Standorte wurden anschließend detailliert untersucht, anhand von Kriterien wie:
- städtebauliche Einbindung
- Erreichbarkeit für Bürgerinnen und Bürger
- Erreichbarkeit zu Einsatzschwerpunkten
- Grundstückeignung, etwa Planungsrecht
- Sicherheitsanforderungen
- Parken und Mobilität
- Nachhaltigkeit und Zukunftsfähigkeit
Bei maximal fünf erreichbaren Punkten erhielt das ehemalige Kaufhof-Areal 4,25 Punkte, das Hauptpost-Areal 3,35 Punkte. Im Fazit der Entscheidungsmatrix heißt es dazu laut Mitteilung:
„Durch die zentrale Lage in der Innenstadt sowie die Tatsache, dass sich das ehemalige Kaufhofareal im Eigentum der Kreisstadt Neunkirchen befindet, ist das Areal des ehemaligen Kaufhofgeländes mit 4.25 zu 3.35 gewichteten Punkten als der geeignete Standort für ein Sicherheits- und Verwaltungszentrum in der Kreisstadt Neunkirchen zu betrachten.“
Reaktionen aus Politik
Staatssekretär Torsten Lang äußerte sich zur Standortwahl
„Mit dem Areal des ehemaligen Kaufhofs schaffen wir die Möglichkeit, Sicherheit ganz neu zu denken: Die relevanten Sicherheitsakteure können unter einem Dach zusammenkommen und zugleich ihre jeweiligen Zuständigkeiten und rechtlichen Anforderungen wahren. Damit entstehen kurze Wege und eine enge Abstimmung zwischen Polizei, Ordnungsamt und den kommunalen Sicherheitskräften. Das stärkt die Präsenz vor Ort und ermöglicht schnelle, abgestimmte Lösungen für die Menschen in der Innenstadt.“
Oberbürgermeister Jörg Aumann dankte dem Stadtrat für den Beschluss:
„Ich danke dem Stadtrat für diesen Beschluss. Mit der Entscheidung über den Standort nehmen wir eine wichtige Wegmarke für das Sicherheits- und Verwaltungszentrum. Nun können wir in die konkrete Planung am ehemaligen Kaufhof-Areal gehen. Das Sicherheits- und Verwaltungszentrum ist das zentrale Projekt für unsere Stadt. Das Zentrum schafft eine stärkere Polizeipräsenz in der Innenstadt und verbessert die Zusammenarbeit von Vollzugspolizei, Ortspolizei und Kreispolizei.“
Landrat Sören Meng betonte die Bedeutung von Sicherheit für die Bevölkerung:
„Sicherheit ist für die Menschen eines der wichtigsten Themen überhaupt. Deshalb begrüßen wir die Idee, Polizei, Ordnungsbehörden und weitere sicherheitsrelevante Einrichtungen an einem gemeinsamen Standort in der Neunkircher Innenstadt zu bündeln. Eine solche Konzentration schafft kurze Wege, stärkt die Zusammenarbeit der Behörden und kann das Sicherheitsgefühl der Bürgerinnen und Bürger spürbar verbessern. Sicherheit muss sichtbar und präsent sein.“
Letter of Intent als Grundlage
Landesregierung, Landkreis und Kreisstadt hatten sich im Juni in einem Letter of Intent darauf verständigt, ein gemeinsames „Zentrum für Sicherheit“ zu errichten. Dort sollen nach Angaben der Beteiligten die Polizeiinspektion Neunkirchen, das Ordnungsamt der Kreisstadt, Teile der Kreisverwaltung – insbesondere die Kreispolizeibehörde – sowie perspektivisch das Haus des Jugendrechts mit der Jugendgerichtshilfe untergebracht werden.
Laut Mitteilung soll die räumliche Nähe die Informationswege verkürzen, die Abstimmung bei Einsatzlagen beschleunigen und die Umsetzung gemeinsamer Maßnahmen erleichtern. Zudem sollen präventive Maßnahmen sowie die Zusammenarbeit mit der Jugendhilfe und weiteren Partnern ausgebaut und bestehende Netzwerke aus Verwaltung, Politik und Zivilgesellschaft gestärkt werden.



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