Bei der Jahrestagung Schulsozialarbeit 2026 kamen nach Angaben des Bildungsministeriums rund 160 Schulsozialarbeiterinnen und Schulsozialarbeiter sowie rund 40 Studierende der Sozialen Arbeit zusammen. Ausgerichtet wurde die Veranstaltung vom Ministerium für Bildung und Kultur gemeinsam mit dem Bildungscampus Saarland, der htw saar und der Arbeitskammer des Saarlandes.
Im Saarland sind laut Mitteilung inzwischen 391 Fachkräfte der Schulsozialarbeit tätig, einschließlich der Fachkräfte der Sozialen Arbeit an den beruflichen Schulen. Die Fachkräfte begleiten Kinder und Jugendliche nach Angaben des Ministeriums in schwierigen Lebenssituationen, unterstützen bei Konflikten, stärken soziale Kompetenzen und vermitteln zwischen Schule, Elternhaus und weiteren Unterstützungssystemen.
Ministerin verweist auf Bedeutung der Schulsozialarbeit
Bildungsministerin Christine Streichert-Clivot äußerte sich zu der Rolle der Schulsozialarbeit:
„Unsere Schulen sind Lebensräume, in denen Kinder aufwachsen, lachen, aber manchmal auch an ihre Grenzen stoßen. Schulsozialarbeit ist hier ein verlässlicher Anker: Die Fachkräfte haben stets ein offenes Ohr und ein Herz für die Sorgen unserer Kinder und Jugendlichen. Sie schenken Vertrauen, bauen Brücken in schwierigen Zeiten und geben den Halt, den junge Menschen brauchen, um selbstbewusst ihren Weg zu gehen.“
Die Ministerin bezeichnete die Jahrestagung als Gelegenheit, um Erfahrungen auszutauschen und neue Ideen für die Schulsozialarbeit zu sammeln.
Programm mit Vortrag und Workshops
Nach einem Hauptvortrag von Anja Thürnau konnten sich die Teilnehmenden laut Mitteilung in zwei Workshopphasen mit unterschiedlichen Themen der Schulsozialarbeit auseinandersetzen. Dabei wurden Konzepte, Ideen, Standards und Projekte vorgestellt und diskutiert sowie offene fachliche Fragen aus der Praxis aufgegriffen. Die Tagung habe zudem die Möglichkeit geboten, sich landkreisübergreifend und schulformspezifisch zu vernetzen.
Georg Maringer, Vizepräsident für Verwaltung und Wirtschaftsführung an der htw saar, ordnete die Bedeutung des Austauschs ein:
„Schulsozialarbeit ist im System Schule angekommen. Gleichzeitig zeigt die Forschung unserer Hochschule, wie entscheidend gute Strukturen, Zusammenarbeit und fachlicher Austausch für professionelle Schulsozialarbeit sind. Als htw saar bilden wir Fachkräfte aus, untersuchen ihre Arbeitsbedingungen wissenschaftlich und bringen Erkenntnisse zurück in die Praxis.“
Zusätzliche Ressourcen durch Startchancen-Programm
Nach Angaben des Ministeriums wird die Schulsozialarbeit zusätzlich durch das Startchancen-Programm gestärkt. An 55 Schulen in herausfordernden Lagen schaffe insbesondere die Säule III zusätzliche personelle Ressourcen und stärke damit die multiprofessionellen Teams an Schulen.
Arbeitskammer sieht weiteren Handlungsbedarf
Thomas Otto, Hauptgeschäftsführer der Arbeitskammer des Saarlandes, verwies auf strukturelle Herausforderungen:
„Schulsozialarbeit leistet bereits heute einen wichtigen Beitrag zu guter Bildung, sozialer Teilhabe und Chancengerechtigkeit. Um dieses Potenzial voll entfalten zu können, braucht es vor allem Zeit. Denn Beziehungsarbeit mit Kindern und Jugendlichen lebt von einer verlässlichen Präsenz in der Schule. Dass viele Fachkräfte weiterhin an mehreren Schulstandorten eingesetzt sind, zeigt, dass hier noch Handlungsbedarf besteht.“
Otto betonte, Ziel müsse eine Weiterentwicklung der strukturellen Bedingungen sein. Davon profitierten langfristig nicht nur die Fachkräfte selbst, sondern auch Schulen als Lebens- und Lernorte insgesamt.



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