Seit dem 1. August 2024 sind Schulen im Saarland gesetzlich verpflichtet, ein eigenes Schutzkonzept zu entwickeln und umzusetzen. Grundlage dafür ist das Saarländische Kinderschutzgesetz, das den Schutzauftrag von Schulen im Schulordnungsgesetz konkretisiert hat.
Rund zwei Jahre nach dem Start dieser Umsetzungsphase hat der Fachtag „Kinderschutz“ am Sportcampus laut Mitteilung eine gemeinsame Zwischenbilanz gezogen.
Schutzkonzepte sollen Risiken früh erkennen
Die Schutzkonzepte sollen laut Mitteilung dazu beitragen, Risiken frühzeitig zu erkennen, Präventionsmaßnahmen zu stärken und klare Strukturen für den Umgang mit möglichen Gefährdungen und Gewalt zu schaffen.
Nach einer ersten Fachtagung im Oktober 2024, die den Auftakt für die Entwicklung der Schutzkonzepte bildete, stand bei der aktuellen Veranstaltung vor allem die Frage im Mittelpunkt, wie die Schulen auf ihrem Weg vorangekommen sind und welche Erfahrungen sie dabei gemacht haben.
Sechs Schulen stellen ihre Wege vor
Rund 100 Teilnehmende nutzten die Fachtagung nach Angaben der Veranstalter zum Austausch, zur Vernetzung und dazu, neue Impulse für die weitere Arbeit mitzunehmen. Sechs saarländische Schulen stellten ihre unterschiedlichen Wege und Erfahrungen bei der Entwicklung ihrer Schutzkonzepte vor.
Neben den Praxisbeispielen gab es fachliche Impulse und verschiedene Möglichkeiten zum Austausch. Ein Schwerpunkt lag dabei auf der Frage, wie Schutz und Gewaltprävention im gesamten schulischen Alltag verankert werden können.
Ergänzend konnten sich die Teilnehmenden beim „Markt der Möglichkeiten“ über weitere Unterstützungsangebote informieren und mit verschiedenen Fachstellen ins Gespräch kommen.
Bildungsstaatssekretärin: Maßgeschneiderte Lösungen statt starrer Vorgaben
Bildungsstaatssekretärin Jessica Heide äußerte sich zu der Veranstaltung:
„Unsere Schulen müssen sichere, geschützte Räume sein, in denen Kinder und Jugendliche unbeschwert aufwachsen und lernen können. Wir wissen: Keine Schule ist wie die andere und jede Gemeinschaft hat ihre ganz eigenen Bedingungen. Deshalb braucht es maßgeschneiderte Lösungen statt strikter Vorgaben. Denn wer könnte die eigene Schulgemeinschaft, ihre Besonderheiten und Bedürfnisse besser kennen als die Menschen vor Ort. Es ist schön zu sehen, wie sich die Schulen auf diesen Weg machen und Kinderschutz als lebendigen, gemeinsamen Prozess leben. Mein Dank gilt allen, die sich jeden Tag dafür einsetzen, dass unsere Schulen sichere Orte sind, an denen junge Menschen geschützt leben und ihre Rechte selbstbewusst entfalten können.“
Begleitung durch Ministerium und Beratungszentrum
Die Entwicklung der Schutzkonzepte wird laut Mitteilung durch das Ministerium für Bildung und Kultur gemeinsam mit dem Bildungscampus Saarland und dem SOS-Beratungszentrum Kinderschutz unterstützt. Das Beratungszentrum begleitet Schulen nach eigenen Angaben bereits seit mehreren Jahren und bietet Unterstützung sowie grundlegende Qualifizierungsangebote an.



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