Wie lässt sich die sprachliche Entwicklung von Kindern schon vor der Einschulung stärken? Mit dieser Frage befasste sich der pädagogische Fachtag „Stark für die Zukunft! – Gelungene alltagsintegrierte Sprachbildung zwischen Wissenschaft und Kita-Praxis“. Laut Mitteilung nahmen 582 Menschen teil.
Im Mittelpunkt standen der Austausch zwischen pädagogischen Fachkräften und Wissenschaft sowie konkrete Ansätze, wie Sprachbildung im Kita-Alltag gelingen kann.
Podiumsdiskussion zum Auftakt
Eröffnet wurde der Fachtag mit einer Podiumsdiskussion. Ministerpräsidentin Anke Rehlinger, Bildungsministerin Christine Streichert-Clivot, Prof. Dr. Steffi Sachse, Prof. Dr. Charis Förster und Prof. Dr. Stefanie Haberzettl sprachen über die Bedeutung früher Sprachförderung und die Umsetzung von „Startklar Deutsch“.
Rehlinger sagte
„Kinder sind unsere Zukunft. Wir tragen Verantwortung, damit alle Kinder Zukunft haben. Und dabei spielt Sprache eine wichtige Rolle. Sprache ist der Schlüssel zu Bildung, Teilhabe und einem selbstbestimmten Leben. Jedes Kind soll die gleichen Chancen haben, unabhängig von Herkunft oder den finanziellen Möglichkeiten der Eltern. Dafür schaffen wir im Saarland ein verlässliches Fundament aus Kita-Plätzen, gut ausgebildeten Fachkräften und fairem Zugang. Auch die beitragsfreie Kita ab 2027 und „Startklar Deutsch“ sind wichtige Schritte auf dem Weg zur Sprachbildung. Jedes Schulkind muss ausreichend Deutsch können, dafür sorgen wir bereits im Kita-Alter.“
Streichert-Clivot erklärte
„Kinder lernen Sprache nicht nur in gezielten Förderangeboten, sondern vor allem im täglichen Miteinander: beim Spielen, Vorlesen, Entdecken und Erzählen. Genau hier liegt eine große Chance für die frühkindliche Bildung. Mit ‚Startklar Deutsch‘ verbinden wir eine frühzeitige Erkennung von Sprachförderbedarf mit einer gezielten und verbindlichen Förderung. Gleichzeitig wollen wir die pädagogischen Fachkräfte darin stärken, sprachliche Lerngelegenheiten im Kita-Alltag bewusst zu nutzen und jedes Kind individuell zu begleiten. Der heutige Fachtag bringt wissenschaftliche Erkenntnisse und praktische Erfahrungen zusammen. Denn entscheidend ist, dass neue Erkenntnisse auch dort ankommen, wo sie gebraucht werden: im Alltag unserer Kitas.“
Zehn Workshops
Neben fachlichen Impulsen standen der Austausch und die Vermittlung praxisnaher Ansätze im Mittelpunkt. In insgesamt zehn Workshops befassten sich die Teilnehmenden unter anderem mit:
- dem Einsatz von Bilderbüchern und dem Erzähltheater Kamishibai
- Sprachbildung durch Musik
- Mehrsprachigkeit
- unterstützter Kommunikation
- dem Einsatz Künstlicher Intelligenz im Kita-Alltag
Thematisiert wurden auch die feinfühlige Begleitung von Kindern und die Gestaltung von Übergängen in der frühen Bildung. Die Workshops zeigten laut Mitteilung unterschiedliche Wege auf, wie Sprachbildung alltagsintegriert und entsprechend den individuellen Bedürfnissen der Kinder gestaltet werden kann.
Ausstellung und Informationsstände
Zum Programm gehörte außerdem eine Ausstellung. Rund 30 Sprach-Kitas und bilinguale Kindertageseinrichtungen stellten dort ihre Konzepte und Erfahrungen in der frühkindlichen Sprachbildung vor.
Weitere Informationsstände informierten über Qualifizierungs- und Fortbildungsangebote sowie digitale Möglichkeiten der Sprachförderung. Pädagogische Fachkräfte und Einrichtungsleitungen konnten sich dort informieren und austauschen.



