Expertennetzwerk erarbeitet Empfehlungen zu KI in Prüfungen im Saarland

Zweites Treffen im Bildungsministerium: Ergebnisse sollen in einen Leitfaden für Lehrkräfte einfließen

Aktuelles vom Ministerium für Bildung Expertennetzwerk entwickelt Empfehlungen für das Saarland

Das Expertennetzwerk „KI in der saarländischen Bildung“ erarbeitet bei seinem zweiten Treffen Empfehlungen für Aufgaben, Hausaufgaben und Prüfungen. Sie sollen in einen Leitfaden für Lehrkräfte aufgenommen werden.

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Das Expertennetzwerk „KI in der saarländischen Bildung“ erarbeitet Empfehlungen für eine Aufgaben- und Prüfungskultur unter den Bedingungen generativer Künstlicher Intelligenz (KI). Das teilte das Ministerium für Bildung und Kultur mit. Anlass ist das zweite Treffen des Netzwerks im Ministerium.

Die Empfehlungen sollen in einen Leitfaden zur Nutzung von KI durch saarländische Lehrkräfte aufgenommen werden. Nach Angaben des Ministeriums soll dieser Orientierung und Handlungssicherheit beim Einsatz von KI in Unterricht und Leistungssituationen schaffen.

Vier Themenbereiche

Nach einem Impuls zur rechtlichen Lage und zur schulischen Praxis erarbeiten die Mitglieder Empfehlungen zu vier Bereichen:

  • Prüfungsformate
  • Schreibaufgaben
  • Hausaufgaben
  • Kompetenzen für eine Welt mit KI

Dabei geht es laut Mitteilung unter anderem um die Frage, wann Prüfungen bewusst ohne KI stattfinden sollten und wann KI als Hilfsmittel eingesetzt werden kann. Zudem soll geklärt werden, wie Eigenleistung, Chancengerechtigkeit und Vergleichbarkeit gewährleistet werden können.

Zitate aus Ministerium und Bildungscampus

Bildungsministerin Christine Streichert-Clivot sagte

„Künstliche Intelligenz gehört für viele Schülerinnen und Schüler längst zum Alltag und wird sie auch in Ausbildung, Studium und Beruf begleiten. Schule muss junge Menschen deshalb befähigen, KI klug, kritisch und verantwortungsvoll einzusetzen. Gleichzeitig muss klar bleiben, was sie selbst können müssen: lesen, schreiben, rechnen, denken und urteilen. Gerade bei Prüfungen brauchen wir deshalb klare und verlässliche Regeln. Noten müssen auch im KI-Zeitalter die eigene Leistung abbilden. Unser Ziel ist nicht, KI aus der Schule herauszuhalten, sondern Lernen und Prüfen so weiterzuentwickeln, dass wir ihre Chancen nutzen und zugleich für Fairness und Verlässlichkeit sorgen.“

Dr. Anika Limburg, Direktorin des Bildungscampus Saarland, sagte:

„KI verändert die Prüfungskultur an unseren Schulen grundlegend. Lehrkräfte und Schulleitungen fragen uns ganz konkret: Wie gehen wir mit KI in Prüfungen um? Was tun wir bei einem Täuschungsverdacht? Und wie muss sich unsere Prüfungskultur insgesamt verändern? Sie brauchen rechtliche Orientierung und Handlungssicherheit. Deshalb nutzen wir das KI-Expertennetzwerk, in dem Schule, Hochschule, Forschung und Berufswelt vertreten sind. Auf Grundlage der aktuellen Rechtslage und des großen Möglichkeitsraums, der im Saarland beispielsweise mit dem Leistungsbewertungserlass besteht, erarbeiten sie Empfehlungen, die allen Akteuren an Schule Orientierung bieten. Damit schaffen wir Transparenz und mehr Handlungssicherheit für alle, die täglich prüfen und bewerten.“

Zeitplan

Parallel wird das bestehende Basiscurriculum Medienbildung und informatische Bildung aktualisiert und um KI-Kompetenzen erweitert. Leitfaden und Basiscurriculum sollen voraussichtlich im ersten Quartal 2027 gemeinsam veröffentlicht werden.

Hintergrund

Das Netzwerk wurde im November 2025 für zwei Jahre eingerichtet. Beim ersten Treffen im April 2026 wurden Empfehlungen zu KI-bezogenen Kompetenzen, zur Nutzung von KI durch Lehrkräfte und zur Schulentwicklung erarbeitet.

Im Netzwerk arbeiten unter anderem Vertreterinnen und Vertreter saarländischer Hochschulen und Forschungseinrichtungen, der Landesmedienanstalt, der Wirtschaft und der Landesschülervertretung zusammen. Hinzu kommen Schulleitungen und Lehrkräfte aller Schulformen. Beteiligt sind außerdem das Ministerium für Bildung und Kultur und der Bildungscampus Saarland.

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