Die Arbeitskammer des Saarlandes hat eine neue Analyse zur öffentlichen Finanzlage im Land veröffentlicht. Die AK-Fakten „Öffentliche Finanzen 2026“ zeigen laut Arbeitskammer, dass die saarländischen Kommunen ihre Investitionen im Jahr 2025 stark eingekürzt haben.
Saarland weiterhin höchster Schuldenstand unter Flächenländern
Das Saarland bleibe ein finanzschwaches Bundesland mit dem höchsten Schuldenstand unter den Flächenländern und vergleichsweise schwachen Steuereinnahmen, heißt es in der Mitteilung. Der Schuldenstand des Landes sei zwar weniger stark gestiegen als in anderen Bundesländern, liege aber bei 186 Prozent des Länderdurchschnitts.
Das Land habe demnach das Investitionsniveau des Länderdurchschnitts erreicht. Laut Arbeitskammer sollte dieses Niveau künftig gehalten werden. Von einem Schließen der Investitionslücke im Vergleich zum Länderdurchschnitt könne weder beim Land noch bei den Kommunen die Rede sein.
Kommunen mit geringsten Steuereinnahmen in Westdeutschland
Die saarländischen Kommunen werden in der Analyse als finanzschwach eingestuft. Trotz Steigerungsraten wiesen sie die geringsten Steuereinnahmen in Westdeutschland auf. Ihre Einnahmen lägen 16,3 Prozent unter dem Durchschnitt aller deutschen Flächenländer.
Bei den Investitionen nehmen die Kommunen laut Arbeitskammer 2025 nach einem kurzen Aufschwung im Vorjahr wieder die schwächste Stelle unter den Flächenländern ein. Sie investierten demnach lediglich 53 Prozent des Durchschnitts dieser Länder.
Rückführung von Kassenkrediten dämpft Schuldenanstieg
Der kommunale Schuldenanstieg halte sich wegen der Absenkung der kommunalen Investitionen in Grenzen, so die Arbeitskammer. Die saarländischen Kommunen könnten demnach den Spitzenreiterplatz bei den Schulden künftig mit Hessen oder Nordrhein-Westfalen tauschen.
Als wesentlichen Bestimmungsfaktor für den geringen Schuldenanstieg nennt die Analyse die Rückführung der kommunalen Kassenkredite im Saarland. In anderen Bundesländern hätten die kommunalen Kassenkredite dagegen wegen steigender Finanzierungslasten zugenommen.
Investitionslücken von mehreren Milliarden Euro
Die Kehrseite des moderaten Schuldenanstieges bei Land und Kommunen sei die Rückführung der Investitionen, heißt es in der Mitteilung. Diese lägen weiterhin weit unter dem Bundesdurchschnitt. Aufzuholen seien laut Arbeitskammer Investitionslücken von 1,4 Milliarden Euro beim Land und 2,4 Milliarden Euro bei den Kommunen.
Die Arbeitskammer warnt, die starke Kürzung der kommunalen Investitionen 2025 gefährde die Daseinsvorsorge im Saarland sowie die Gleichwertigkeit der Lebensverhältnisse.



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