Saarland

Neunkirchen weiht Neubau der Seiji-Kimoto-Gemeinschaftsschule ein

Ministerpräsidentin, Bildungsministerin und Landrat eröffnen das Gebäude der früheren Gemeinschaftsschule Neunkirchen-Stadtmitte – Schule trägt nun den Namen des Künstlers Seiji Kimoto

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Aktuelles vom Ministerium für Bildung Neunkirchen weiht Seiji-Kimoto-Gemeinschaftsschule ein
Aktuelles vom Ministerium für Bildung | Bild: Staatskanzlei des Saarlandes/Alexander Caspar

In Neunkirchen ist der Neubau der bisherigen Gemeinschaftsschule Neunkirchen-Stadtmitte eingeweiht worden. Die Schule trägt künftig den Namen des 2022 verstorbenen Künstlers Seiji Kimoto.

Ministerpräsidentin Anke Rehlinger, Bildungsministerin Christine Streichert-Clivot und Landrat Sören Meng haben den Neubau der bisherigen Gemeinschaftsschule Neunkirchen-Stadtmitte eingeweiht. Die Schule trägt nun den Namen des Künstlers Seiji Kimoto.

Neubau für bis zu 600 Schülerinnen und Schüler

Nach Angaben der Landesregierung ist der barrierefreie Neubau für bis zu 600 Schülerinnen und Schüler ausgelegt. Er wurde nach einem pädagogischen Raumkonzept gestaltet. Es sieht folgende Bereiche vor:

  • Jahrgangscluster mit jeweils vier Klassenräumen, einem Teamraum und offenen Lernflächen
  • drei Fachcluster
  • ein zentrales Lernzentrum
  • ein musisch-künstlerischer Bereich
  • eine Talent Company
  • eine kombinierte Aula und Mensa

Die Außenbereiche sind laut Mitteilung für Bewegung, Begegnung und gemeinsames Lernen gestaltet.

Rehlinger sagte zur Einweihung

„Fünf Jahre nach dem Abriss der alten Schule können die Schülerinnen und Schüler in Neunkirchen endlich ihr neues Schulgebäude mit Leben füllen. Ich freue mich sehr, dass sie nun moderne Räume haben, die Platz zum Lernen, Entdecken und gemeinsamen Wachsen bieten. Denn jedes Kind hat eigene Talente, Stärken und Bedürfnisse. Eine gute Schule schafft die Voraussetzungen dafür, dass sich alle bestmöglich entfalten können. Besonders freue ich mich darauf zu sehen, wie die Kinder und Jugendlichen ihre neue Schule erobern und zu ihrem ganz eigenen Ort machen.“

Startchancen-Programm

Die Seiji-Kimoto-Gemeinschaftsschule ist eine von 55 Startchancen-Schulen im Saarland. Über das Programm erhält sie zusätzliche Unterstützung, um die Bildungschancen der Schülerinnen und Schüler zu verbessern. Dazu gehören unter anderem Investitionen in flexibles Mobiliar, Selbstlernangebote und Experimentiermaterialien. Im Schuljahr 2026/27 wird zudem die Schulsozialarbeit zusätzlich gefördert.

Namensgeber Seiji Kimoto

Bildungsministerin Streichert-Clivot verwies auf das Werk des Namensgebers:

„Seiji Kimoto hat mit seiner Kunst unbequeme Fragen gestellt und sich mit Gewalt, Unterdrückung und der Würde des Menschen auseinandergesetzt. Seine Werke fordern uns auf, hinzusehen, zu hinterfragen und Haltung zu zeigen. Genau das wollen wir auch jungen Menschen in der Schule vermitteln: selbstständig denken, andere Perspektiven respektieren und Verantwortung für sich und andere übernehmen. Mit Seiji Kimoto als Namensgeber verbindet die Schule kulturelle Bildung mit demokratischen Werten und setzt ein starkes Zeichen für Toleranz, Zusammenhalt und Menschlichkeit. Ich bin stolz und dankbar, dass sein künstlerisches Vermächtnis hier einen festen Platz im Schulalltag erhält.“

Landrat Meng erklärte

„Mit dem neuen Schulgebäude und dem Namen Seiji-Kimoto-Gemeinschaftsschule setzt Neunkirchen ein starkes Zeichen für eine moderne, vielfältige und werteorientierte Bildung. Hier entstehen Räume, in denen junge Menschen ihre Talente entdecken, ihre Fähigkeiten entwickeln und gemeinsam lernen können. Zugleich erinnert der Name an einen Künstler, dessen Werke für Menschlichkeit, Toleranz und Zivilcourage stehen. Ich freue mich, dass sein Vermächtnis künftig auch den Schulalltag prägt und Schülerinnen und Schüler dazu ermutigt, kritisch zu denken, Verantwortung zu übernehmen und unsere Gesellschaft aktiv mitzugestalten.“

Hintergrund: Wer war Seiji Kimoto?

Seiji Kimoto wurde 1937 in Osaka geboren und kam 1967 nach Deutschland. Er studierte an der Werkkunstschule Saarbrücken, der heutigen Hochschule der Bildenden Künste Saar, und lebte über viele Jahrzehnte in Wiebelskirchen. Als Bildhauer und Kalligraf erlangte er nach Angaben der Mitteilung auch über die Grenzen des Saarlandes hinaus Anerkennung.

In seinen Werken setzte er sich mit Macht, Ohnmacht, Gewalt und Menschenrechten auseinander. Zahlreiche Skulpturen und Mahnmale erinnern an die Opfer von Verfolgung und Unterdrückung, darunter das Mahnmal für Zwangsarbeiter im Neunkircher Hüttenpark.

Der 2022 verstorbene Künstler blieb dem Saarland und insbesondere Neunkirchen nach Angaben der Mitteilung bis zuletzt eng verbunden. Mit der Namensgebung würdigt die Schule sein künstlerisches Vermächtnis und greift zentrale Werte seines Schaffens in ihrem pädagogischen und musisch-kulturellen Profil auf.

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