Regionalverband Saarbrücken

Infektionsschutzübung am Flughafen Saarbrücken: Szenario mit Ebola-Verdacht

Gesundheitsamt, Rettungsdienst, Klinikum und Polizei proben Versorgung einer Patientin und Management von Kontaktpersonen

3 Min. Lesezeit
Aktuelles vom Regionalverband Rettungsdienst-Mitarbeitende in gelben Schutzanzügen betreten das Flugzeug
Rettungsdienst-Mitarbeitende in Schutzanzügen betreten das Flugzeug, Foto: Stephan Hett/Regionalverband

Am Flughafen Saarbrücken und im Klinikum Saarbrücken haben Einsatzkräfte den Umgang mit einer hochansteckenden Fluggästin geübt. Simuliert wurde eine Passagierin mit Ebola-Verdacht nach einer Notlandung.

Einsatzkräfte des Katastrophen- und Gesundheitsschutzes haben am Flughafen Saarbrücken die Akutversorgung einer hochansteckenden Fluggästin sowie das Management von Kontaktpersonen geübt. Das Szenario reichte über mehrere Stunden von der Landung über die Erstversorgung und den Abtransport bis zur Behandlung im Klinikum Saarbrücken. Nach Angaben des Regionalverbandes endete die Übung für die letzten beteiligten Kräfte gegen 13 Uhr.

Beteiligt waren das Gesundheitsamt des Regionalverbandes Saarbrücken, der Flughafen Saarbrücken, der Zweckverband für Rettungsdienst und Feuerwehralarmierung Saar (ZRF), das Klinikum auf dem Winterberg sowie Bundes- und Landespolizei. Hinzu kamen rund 30 Statisten.

Das Übungsszenario

Simuliert wurde die akute Erkrankung einer Passagierin, die als Ärztin von einem Einsatz im Ebola-Gebiet im Kongo zurückreist. Nach dem Umstieg in Paris sitzt sie im Linienflug nach Frankfurt. Laut Drehbuch verschlechtert sich ihr Gesundheitszustand so rasch, dass die Piloten des Regionaljets in Saarbrücken notlanden.

Die Einsatzkräfte sollten die medizinische Notversorgung durch den ZRF, den infektionsgeschützten Transport zum Klinikum Saarbrücken und die Behandlung dort bewältigen. Hinzu kam das Management potenziell infizierter Kontaktpersonen, die von den Statisten gespielt wurden.

Ablauf am Flughafen

Während das ZRF-Rettungsteam die Patientin in Schutzausrüstung notversorgte und für den Transport vorbereitete, betreute ein Team des Gesundheitsamtes die übrigen Passagiere. Es teilte sie in persönlicher Schutzausrüstung noch im Flugzeug nach Ansteckungsrisiko in Kontaktpersonengruppen ein.

Anschließend wurden die Gruppen in die benachbarte Flugzeughalle geleitet. Dort informierte das Personal des Gesundheitsamtes jeden Einzelnen über die vermutete Erkrankung und mögliche Ansteckungswege. Die Kontaktdaten aller Passagiere wurden erfasst und kontrolliert.

  • Personen mit geringem Ansteckungsrisiko dürfen weiterreisen.
  • Passagiere mit engerem Kontakt zur Erkrankten kommen bis zur Entwarnung in eine Quarantäne-Einrichtung.

Behandlung im Klinikum und Verlegung

Nach der Erstversorgung im Flugzeug und dem Rettungstransport nahm das Notfallteam des Klinikums Saarbrücken die Übungspatientin vorübergehend auf. Das für den Isolationsraum zuständige Personal der Zentralen Notaufnahme (ZNA) übte das Arbeiten unter Schutzmaßnahmen. Der Betrieb der ZNA lief nach Angaben des Regionalverbandes uneingeschränkt weiter.

Die Alarmierung des Kompetenzzentrums für Hochpathogene Infektionserreger (KHPI) in Frankfurt am Main aktivierte eine Spezialeinheit, die für den Transport von Patienten mit hochgefährlichen Erkrankungen ausgestattet und geschult ist. Sie machte sich nur fiktiv auf den Weg, um die Patientin zu übernehmen und in die Sonder-Isolierstation des Universitätsklinikums Frankfurt am Main zu überführen.

Auswertung soll Einsatzpläne verbessern

Hochpathogene Krankheitserreger führen laut Mitteilung häufig zu schweren Krankheitsverläufen mit hoher Sterblichkeitsrate, besonders bei viral hämorrhagischem Fieber wie Ebola. Als Beleg für die Realitätsnähe des Szenarios nennt der Regionalverband einen tatsächlichen Fall im Juni dieses Jahres: Ein Passagier mit Ebola-Symptomen wurde nach der Landung in Paris aus dem Flugzeug heraus isoliert.

Regionalverbandsdirektorin Dr. Carolin Lehberger sagte

„In unserer Verantwortung für den Schutz der Menschen in unserer Region haben wir diese Übung durchgeführt, um bestmöglich für den Ernstfall gewappnet zu sein. Das Team unseres Gesundheitsamtes hat ein anspruchsvolles Szenario vorbereitet. Ich bin stolz auf die Leistung aller beteiligten Einsatzkräfte und den guten Verlauf dieser Übung.“

Die Übung prüfte die abgestimmten Vorgehensweisen auf Wirksamkeit und Vollständigkeit. Susanne Neu, Gesamtübungsleiterin und Leiterin des Gesundheitsamtes Saarbrücken, zog eine positive Bilanz:

„Die Zusammenarbeit und die Professionalität aller beteiligten Einheiten bewegten sich auf höchstem Niveau.“

Eine detaillierte Auswertung soll helfen, die Einsatzpläne aller Beteiligten weiterzuentwickeln und die Schnittstellen zwischen den Organisationen zu optimieren.

Externe Beobachter

Zur Übung waren externe Beobachter aus verschiedenen Institutionen in Deutschland eingeladen, darunter:

  • das Robert Koch-Institut in Berlin
  • das Kompetenzzentrum für Hochpathogene Infektionserreger in Frankfurt am Main
  • die Bundeswehr
  • die Untere Katastrophenschutzbehörde des Regionalverbands Saarbrücken

Dazu kamen weitere Institutionen. Die Beobachter bewerteten die Arbeitsabläufe, das Zusammenwirken der Kräfte und die Gesamtorganisation der Lagebewältigung.

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