Gesundheitsökonomen kritisieren Mitversicherung von Ehepartnern

Heinz Rothgang (Archiv)
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Gesundheitsökonomen unterstützen die Diskussion um die Streichung der kostenlosen Mitversicherung von Ehepartnern. Martin Albrecht vom Iges-Institut äußerte im "Spiegel" Verständnis für den Vorstoß und stellte die Finanzierung durch Beitragszahler infrage

Diskussion um Mitversicherung von ehepartnern

Gesundheitsökonomen zeigen Verständnis für den vorschlag, die kostenlose Mitversicherung von Ehepartnern zu streichen. Martin Albrecht vom Iges-Institut äußerte im „Spiegel“, es sei schwer zu begründen, warum Beitragszahler diese finanzieren sollten. Der Verzicht auf Erwerbsarbeit in einer Ehe sei keine Voraussetzung zur Sicherung des Umlageverfahrens. Zudem sei die Vereinbarkeit von Familie und Erwerbstätigkeit ein anerkanntes gesellschaftspolitisches Ziel.

Analyze des Iges-Instituts

Berechnungen des Iges-Instituts auf Basis des Sozio-oekonomischen Panels (SOEP) zeigen,dass nur 43 Prozent der betroffenen Haushalte mit Kindern unter 14 Jahren kostenfrei mitversicherte Partner haben. Bei kleinen Kindern unter sechs Jahren sind es sogar nur 20 Prozent. Ehepartner mit betreuungsbedürftigen Kindern stellen eine Minderheit unter den Mitversicherten dar.

Kritik von Heinz Rothgang

Der Bremer Gesundheitsökonom Heinz Rothgang kritisierte die Mitversicherung ebenfalls. Er sieht ein Gerechtigkeitsproblem, da Paare mit identischem Haushaltseinkommen unterschiedlich belastet werden. Die Vorteile seien größer, je unterschiedlicher das Einkommen der Partner ist, was dem prinzip der horizontalen Gleichbehandlung widerspreche.

Ordnungspolitische bedenken

Rothgang äußerte, der Vorstoß sei ordnungspolitisch schlecht ausgeführt. Es werde kein Strukturproblem gelöst, sondern es gehe der Koalition nur darum, kurzfristig Geld einzusammeln.


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